Trede Aline · Nationalrat · 2013-09-25
Trede Aline · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion · 2013-09-25
Wortprotokoll
Die Grünen werden diese EU-Bildungsprogramme unterstützen, wie wir dies auch bei den letzten Bildungsprogrammen immer gemacht haben. Wir leben, wohnen, arbeiten alle in einem europäischen Land, auch wenn wir nicht direkt zur EU gehören. Wir halten es in unserer Fraktion mit dem Motto "Mittendrin statt nur dabei". Daher ist es für uns logisch, dass wir die Grenzen öffnen und den jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich in europäischen Ländern weiterzubilden, sei es in der Berufsbildung oder auch in der Hochschulbildung. Sie sollen Erfahrungen sammeln, über die Grenzen hinweg Kontakte pflegen und sich bewegen können. Es wird in Zukunft sowieso eine der grössten Herausforderungen für unser Land sein, dass wir junge Menschen befähigen, sich in diesem Raum und auch im schwieriger werdenden Arbeitsmarkt behaupten zu können.
Wir Grünen gehen in unseren Vorstellungen jedoch noch weiter und würden gerne über die EU-Länder hinaus zusammenarbeiten - ich meine damit generell europäische Länder und nicht nur EU-Länder -; denn Bildung hört nicht an der Grenze auf. Wir leben alle auf dem gleichen Kontinent, sogar auf der gleichen Welt. Junge Menschen können vom Austausch nur profitieren - nicht nur die Jungen, auch die Schweiz profitiert davon. Wir als Schweiz profitieren davon, wie auch andere europäische Länder von unserem Wissen profitieren, da unser Bildungssystem wirklich ein Vorzeigeobjekt ist; das Interesse daran ist in der internationalen Diskussion sehr gross. Wir haben einige der weltweit besten Universitäten und Hochschulen in unserem Land. Wir haben Berufsleute - sie waren während der Session auch hier -, die an den Berufsweltmeisterschaften 17 Medaillen gewonnen haben. Ich denke, das sind wirklich Beispiele, die zeigen, dass unsere Bildungsqualität sehr, sehr gut ist.
Es geht heute aber auch um Solidarität und Fairness. Es kann nicht angehen, dass wir, wie bei anderen Fragen im Zusammenhang mit der EU, nur profitieren und nichts zurückgeben wollen. Es geht um den wahren Austausch und nicht um eine Einbahnstrasse. Zudem können wir in dieser Frage ein grosser Player sein, auch wenn wir ein kleines Land sind.
Bildung ist ein wichtiges Gut, oft sagen wir: unser wichtigstes Gut. Andere Länder sollen davon profitieren können, damit bald auch bei ihnen der gleiche Lebensstandard und die gleiche Lebensqualität wie bei uns herrschen. Wir werden direkt davon profitieren.
Wir danken dem Bundesrat, dass er sich mit Freude und manchmal sogar fast enthusiastisch für diese Programme einsetzt. Wir sind für Eintreten, und wir werden alle Minderheitsanträge ablehnen, welche eine Kürzung der finanziellen Beteiligung vorsehen. Denn die Investitionen lohnen sich direkt. Wir investieren das Geld besser in die Bildung, auch in die internationale Bildung, als z. B. in teure Kampfflugzeuge. Denn gute Bildung heisst: Frieden, mehr Wohlstand, weniger Konfliktsituationen. Da brauchen wir auch keine Abwehrflugzeuge mehr.
Ich bitte Sie, den Anträgen der Mehrheit zu folgen.