Aebi Andreas · Nationalrat · 2014-11-25
Aebi Andreas · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2014-11-25
Wortprotokoll
In meinem Votum möchte ich nicht vom Zwist zwischen dem Bauern des Südens und jenem des Nordens sprechen. Allerdings möchte ich doch festhalten, dass wir hier über die Agrarpolitik 2014-2017 diskutiert haben; wir haben sie im März 2013 beschlossen, dabei viel von der Produktion weggenommen und auf die Ökologie gesetzt. Ich sehe noch Bundesrat Schneider-Ammann, wie er hier sass und sagte, dass das hart sei, aber dass der Bundesrat dafür einstehe, dass wir das Geld bekämen.
Wo sind wir heute, 18 Monate später? Als Bauer aus dem Emmental stelle ich fest, dass bei der zweiten Tranche der Direktzahlungen 10 bis 25 Prozent fehlen. Bei uns kleineren und mittleren Betrieben sind 10 bis 25 Prozent sehr viel, da wir an die Produktion mit Tieren gebunden sind und nichts anderes machen können. Zudem sagt man wohlwollend, dass das Geld bei den Übergangsbeiträgen eingesetzt werde. Das heisst also, dass wir in den nächsten fünf, sechs oder sieben Jahren nur ganz knapp rauskommen werden.
Wenn Herr Jositsch sagt, es gebe schon seine Gründe hierfür, so kann ich das zwar nachvollziehen. Aber ich muss präzisieren, dass wir ja noch gar nicht wissen, was wir bekommen. Die erfolgsrelevanten Faktoren sind noch nicht eingeführt, und dennoch wird bei uns bereits gekürzt. Also, wir wollen keine Kürzungen auf Kosten der Schweizer Bauern, vor allem nicht auf Kosten der produktiven Landwirtschaft. Ich stelle aber fest: Bei der Herdebuchzucht und bei den Milchkontrollen wird gekürzt. Das sind wichtige Elemente unserer Produktion, der Rückverfolgbarkeit, der Qualitätssicherung - und das bei abnehmenden Produktionserträgen bei Milch und Fleisch. Wir setzen hier ganz falsche Zeichen. Es darf nicht sein, dass die Qualität nach unten geht, weil beispielsweise die Qualitätssicherung bei der Milch nicht mehr unterstützt wird. Und ich möchte Ihnen auch sagen, dass da nichts anderes passiert, als dass dies unsere jungen Bauern demotiviert.
Darum bitte ich Sie: Machen Sie keine Sparübung auf Kosten der schweizerischen Landwirtschaft und der produktiven Landwirtschaft.