Eberle Roland · Ständerat · 2014-12-01
Eberle Roland · Ständerat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2014-12-01
Wortprotokoll
Wenn Frau Fetz die Expertin in diesen Fragen sein soll, dann fühle ich mich natürlich genötigt, auch etwas zu sagen.
Die Art und Weise, wie man hier über die Landwirtschaft herzieht, finde ich tatsächlich bemühend. Sie ist nur zynisch, schnippisch, effekthascherisch. So lösen wir die Probleme nicht. Wenn wir der Landwirtschaft Unternehmertum attestieren wollen, dann haben wir mit der Agrarpolitik 2014-2017 jedoch das Gegenteil gemacht. Und wenn Sie mir erklären können, wie eine Milchkontrolle über den Milchpreis wieder valorisiert werden kann, dann bin ich Ihnen dankbar für einen guten Tipp. Ich selber wehre mich nicht gegen die Kürzung in diesem Budgetposten bzw. diese 83 Rappen pro Monat, obwohl es natürlich auch ein bisschen zynisch ist, wenn man diese Position so herunterbricht. Wenn ich Ihnen sage, dass die Agrarpolitik 2014-2017 für die Thurgauer Landwirtschaft mit den Übergangsbeiträgen ganz konkret ein Minus von 12 Millionen Franken bedeutet, dann heisst das, dass das nicht nur 83 Rappen pro Monat sind. Ich habe es nicht genau ausgerechnet, aber es sind massgebende Beträge, die das Familieneinkommen der Thurgauer Landwirte massiv beeinträchtigen. Wenn man hier mit einer solchen Oberflächlichkeit argumentiert, dann kann ich da nicht ruhig sitzen.
Nochmals: Ich wehre mich nicht, ich folge hier der Minderheit und sage, dass der Bundesrat Recht hat, wenn es darum geht, diese 900 000 Franken nicht zu leisten. Das heisst aber nicht, dass ich der Landwirtschaft nicht tatsächlich den Platz gebe, den sie verdient, wenn ich bei den anderen Anträgen der Mehrheit folge. Wir sprechen hier immerhin über eine Berufsgruppe, die für unser Land sehr entscheidend ist, und ich denke, dass sie es auch verdient, dass man sie nicht ins Lächerliche zieht.