Leuenberger Moritz · Bundesrat · 2003-06-16
Leuenberger Moritz · Bundesrat · Zürich · 2003-06-16
Wortprotokoll
Im Rahmen eines Vorprojektes evaluieren die SBB zurzeit die Leistungsfähigkeit, Chancen und allfällige Risiken und die Kostenwirkung eines in Olten angesiedelten Schienenkontrollzentrums ("Schikoze"). Auf der Basis der Resultate dieses Vorprojektes wird der Verwaltungsrat der SBB im Herbst 2003 den endgültigen Projektentscheid zum "Schikoze" treffen. Im Falle eines positiven Entscheides des Verwaltungsrates wird das "Schikoze" Olten als übergeordnete Stelle schweizweit die Prioritäten im Zugverkehr setzen und gleichzeitig die Arbeiten der vier regionalen Betriebszentren, also Lausanne, St. Gallen, Bellinzona und Spiez, koordinieren. Die Kundenlenkung in den Bahnhöfen und den technischen Support in der Fläche werden dann separate Organisationen sicherstellen.
Jetzt verkehren täglich rund 6500 Züge auf dem Netz der SBB, das ist der mit Abstand dichteste Zugbetrieb in Europa. Mit den Angebotsausbauten im Fernverkehr, "Bahn 2000" vor allem, dem Ausbau der S-Bahn-Systeme und der angestrebten Verkehrsverlagerung im Güterverkehr werden die Zugzahlen noch weiter steigen. Um trotz dieser extrem hohen Auslastung einen sicheren und qualitativ hochwertigen Zugbetrieb sicherstellen zu können, wird derzeit die Zentralisierung der Betriebsführung in einem überregionalen "Schikoze" geprüft. Vorteile dieser "Schikoze"-Technologie lassen sich exemplarisch anhand von Abweichungen vom Fahrplan zeigen. Durch die Konzentration aller Prozessverantwortlichen kann noch schneller und fundierter auf Planabweichungen reagiert werden. Umleitungen können künftig nicht mehr nur lokal geplant werden. Vielmehr sind nun auch grossräumige und zum Teil internationale Umfahrungen planbar. Diese Prozessverbesserungen in den Betriebsführungen kommen insbesondere auch den Räumen zugute, die Sie in Ihrer Frage erwähnen.