Leuthard Doris · Bundesrat · 2014-03-17
Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2014-03-17
Wortprotokoll
Das ist immer schwierig zu sagen, denn Sie kennen ja die Mobilitätszunahme nicht. Das ist eben das Problem mit dem Verlagerungsziel von 650 000 LKW-Fahrten. Wenn wir immer noch genau gleich viel Güterverkehr hätten wie vor fünfzehn Jahren, dann würden wir das Ziel wahrscheinlich erreichen. Was damals falsch eingeschätzt wurde, ist die Tatsache, dass wir eine erhebliche Bevölkerungszunahme und eine erhebliche Mobilitätszunahme haben. Und wir kennen die Perspektiven und Prognosen: Sie prophezeien dem Güterverkehr auf der Schiene bis 2030 nochmals ein Wachstum von gegen 70 Prozent. Wenn wir davon nochmals die Hälfte verlagern können, dann sind wir extrem gut. Das heisst eben, dass wir bestenfalls den zusätzlichen Güterverkehr verlagern können. Aber Sie bleiben damit immer etwa bei diesen 1 bis 1,2 Millionen LKW, weil nur der zusätzliche Güterverkehr verlagert wird und deshalb die Zahl der Fahrten auf der Strasse nicht reduziert werden kann.
Das war seinerzeit der Schätzfehler, denke ich. Wie in anderen Bereichen haben wir die Entwicklung in den Bereichen Bevölkerung und Mobilität falsch eingeschätzt. Deshalb würde ich mich nicht so sehr an dieser Zahl orientieren, sondern am Wirkungsgrad, am Modal Split von 66 Prozent: Entscheidend ist doch, dass wir beim Modal Split diesen hohen Verlagerungseffekt haben. Ob das dann 1 Million oder 1,1 Millionen sind, spielt nicht die entscheidende Rolle, denke ich. Wichtig ist der Modal Split; wir müssen die Zunahme verlagern können.