AB 162910
Lustenberger Ruedi · Nationalrat · Luzern · Fraktion CVP-EVP · 2014-05-08
Wortprotokoll
Der heutige Tag ist für zwei Mitglieder unseres Rates der letzte Sessionstag in ihrer nationalrätlichen Politkarriere: Wir verabschieden uns heute von Frau Josiane Aubert und von Herrn Markus Hutter.
Zuerst zu Ihnen, geschätzte Frau Aubert: Deine Wahl, liebe Josiane, wurde 2007 im ganzen Vallée de Joux mit sehr grosser Freude aufgenommen. Zum ersten Mal überhaupt war nämlich damit das Tal in den eidgenössischen Räten vertreten.
Mit den Erfahrungen aus dem Gemeindeparlament, dem kantonalen Parlament und dem Präsidium der SP des Kantons Waadt war die Mathematiklehrerin bestens gerüstet, das eidgenössische Politparkett zu betreten. So war sie selber der Beweis des Erfolges des lebenslangen Lernens und der lebenslangen Bildung, noch bevor sie sich dieser Frage hier in unserem Kreis annehmen konnte.
Auch im Nationalrat machte Josiane Aubert eine Art beschleunigte Weiterbildung in den unterschiedlichsten Fachgebieten: Nach zwei Sessionen in den Reihen der Sicherheitspolitischen Kommission wurde sie Mitglied der WBK, die sie 2008/09 bereits präsidierte. Auch die Redaktions- und die Finanzkommission durften auf ihre Mitarbeit zählen. Die Qualität ihrer Arbeit und ihre Fähigkeit zuzuhören wird von allen bestätigt und auch geschätzt. In all diesen Funktionen arbeitete Frau Aubert mit Sorgfalt und Sachkompetenz. Ihre Deutschkenntnisse, die sie sich während eines dreijährigen Aufenthaltes in Berlin aneignete, halfen ihr dabei. Aber auch ihre Bereitschaft, ein konstruktives Diskussionsklima zu schaffen, zeichnete sie speziell aus. Bei ihr gab es keine Effekthascherei, dafür ein ständiges und seriöses Bemühen zur Zusammenarbeit mit dem Ziel, einen guten Kompromiss zu finden.
In ihren Wortmeldungen verteidigte Josiane Aubert den Gedanken der Solidarität und der sozialen Gerechtigkeit: der Solidarität zwischen den Generationen, zwischen Arbeitenden und Arbeitslosen, zwischen Begüterten und Benachteiligten, zwischen Einheimischen und Immigranten. Gerade auch im Namen der Solidarität und der Chancengleichheit engagierte sie sich für die Berufsbildung und die Weiterbildung. Für sie ist Bildung ein Mittel zur Integration in die Arbeitswelt und auch in die Gesellschaft.
Auch im Sinn dieser Solidarität ist ihr Abschied von uns zu werten: Sie will den Jungen Platz machen und ihrer Familie mehr Zeit widmen. Da sie in der Bundesstadt drei Grosskinder hat, werden wir Josiane Aubert aber nach wie vor ab und zu in Bern antreffen.
Chère Josiane, nous te souhaitons beaucoup de plaisir dans ta nouvelle vie et espérons qu'elle te donnera l'occasion de passer davantage de temps parmi les tiens, de faire des balades en forêt et de fréquenter les salles de concert. (Standing ovation; le président remet un cadeau et un bouquet de fleurs à Mme Aubert)
Auch für unseren Kollegen Markus Hutter ist heute der letzte Tag im Nationalratssaal. Markus, du wurdest 2003 in den Nationalrat gewählt und sichertest so den traditionellen Winterthurer FDP-Sitz. Zuvor hast du von 1994 bis 2003 in der Legislative von Winterthur mitgewirkt und dort auch breite politische Erfahrung gesammelt.
Der studierte Ökonom und leidenschaftliche Unternehmer und Patron Markus Hutter engagierte sich in unserem Rat in der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen, die er auch präsidierte, in der Finanzkommission und in der Sicherheitspolitischen Kommission. Seine politischen Schwerpunkte liegen naturgemäss in den Bereichen Wirtschaft, Verkehr und Berufsbildung. Insbesondere die Stärkung der Berufslehre ist Markus Hutter ein Herzensanliegen. Wenn es um Arbeitsplätze und Lehrstellen geht, dann weiss er, wovon er spricht: In seinem von ihm geführten mittelständischen Garagenbetrieb lernen und arbeiten derzeit sage und schreibe elf Lehrlinge!
Aus einer freiheitlich-liberalen Grundhaltung heraus engagiert sich Markus Hutter auch für gesunde Staatsfinanzen, für eine Verkehrspolitik, die der Nachfrage nach Mobilität gerecht wird, und für eine unbürokratische Verwaltung. Sein Wissen und seine Erfahrung stellte er von 2009 bis 2012 zudem als Vizepräsident der schweizerischen FDP/die Liberalen zur Verfügung.
Seine Anliegen vertrat Markus Hutter stets kompetent und überlegt. Von seinen Kolleginnen und Kollegen wird er als zuverlässig und seriös geschätzt, als einer, der auch zuhören kann und den anderen mit hohem Respekt begegnet. Bei ihm kommt die Wirkung vor dem Spektakel: Er sucht nicht die persönliche Publizität, sondern konkrete Erfolge in der Sache.
In seiner Freizeit ist Markus Hutter viel an der frischen Luft unterwegs, zu Fuss, auf dem Velo oder auf dem motorisierten Zweirad. Dafür findet er hoffentlich in Zukunft noch etwas mehr Freiraum.
Markus Hutter ist zurzeit daran, seine Unternehmung auszubauen und zu erweitern. Da braucht es vermehrte Präsenz des verantwortungsvollen Patrons, und so bleibt nicht mehr genügend Zeit für die Bundespolitik. Deshalb tritt unser Kollege aus dem Nationalrat zurück.
Wir wünschen Dir, geschätzter Markus, persönlich und beruflich alles Gute und viel Glück und Erfolg! (Standing Ovation; der Präsident überreicht Herrn Hutter ein Geschenk und einen Blumenstrauss)
Bevor ich zum Sessionsschluss die Glocke in die Hand nehme, möchte ich mich bei Ihnen allen, die dieser Verabschiedung beigewohnt haben, bedanken. Ich habe die Sitzung dafür bewusst etwas vorzeitig abgebrochen. Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie so zahlreich anwesend waren. Das gehört auch zur Kollegialiät!
Die Session ist geschlossen - ich danke Ihnen. (Beifall)
[VS]
[VS]
[VS]
Schluss der Sitzung und der Session um 12.35 Uhr
Fin de la séance et de la session à 12 h 35
[PAGE 771]
[VS]
[VS]
[VS]
[VS]
[VS]
[VS]