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Fehr Jacqueline · Nationalrat · 2009-03-05

Fehr Jacqueline · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2009-03-05

Wortprotokoll

Die SP-Fraktion empfiehlt Ihnen, nicht auf die Vorlage einzutreten; sie unterstützt den Antrag auf Nichteintreten. Diese Vorlage liegt - das kann man wahrscheinlich relativ klar sagen - in der heutigen Zeit ziemlich quer in der Landschaft. Wenn wir mit Blick auf die aktuelle Krise die wirklichen Herausforderungen anschauen, mutet es doch einigermassen seltsam an, dass wir uns hier mit möglichen Formel-1-Rennen befassen. Wir wissen alle, dass weder die Finanzen noch die Nachfrage, noch der wirtschaftliche Bedarf nach solchen Grossanlässen vorhanden ist. Die Vorlage liegt aber auch mit Blick auf die Klimapolitik quer in der Landschaft. Sie setzt völlig falsche Signale in Bezug auf das, was klimapolitisch nötig wäre. Sie verherrlicht das Autofahren in der Freizeit oder stellt es als etwas Sinnvolles dar. Sie steht auch in Bezug auf die Diskussion um die Sicherheit im Strassenverkehr - die Raserdebatte - quer in der Landschaft, weil sie Schnellfahren als etwas Attraktives und Erstrebenswertes darstellt.

Die Befürworter sagen natürlich genau das Gegenteil; sie behaupten: Wer auf einer Rundstrecke mal richtig schnell fahren darf, macht das anschliessend nicht mehr auf den normalen Strassen. Nur: Der Beweis dazu wurde nie angetreten. Es wurde auch gesagt, dass die Wirtschaft ein Interesse an solchen Grossanlässen habe. Wir haben klare Indizien, dass dem nicht so ist. Die Schweiz hat ausreichend Grossanlässe; es ist für alle sehr schwierig, die nötigen Sponsorgelder zu finden. Das wäre auch in diesem Falle nicht anders.

In diesem Sinne müssen wir anerkennen, dass die Idee vielleicht lustig war, auch medial attraktiv; sie passt aber schlicht und einfach nicht in den aktuellen politischen Kontext.

Ich bitte Sie deshalb, nicht auf die Vorlage einzutreten.