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Hutter Markus · Nationalrat · 2009-03-05

Hutter Markus · Nationalrat · Zürich · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2009-03-05

Wortprotokoll

Ich empfehle Ihnen im Namen der FDP-Liberalen Fraktion, hier einzutreten, der Mehrheit zu folgen und das Rundstrecken-Rennverbot aufzuheben. Wir haben vor allem drei Gründe, die für uns im Vordergrund stehen.

Der erste Grund: Es geht um die Aufhebung eines unnötigen, überholten Verbotes. Wir sind, soweit ich weiss, weltweit die Einzigen, die noch ein solches Verbot kennen, und wir hätten hier weiterhin einen sehr unrühmlichen Alleingang. Es geht doch darum, dass es nicht Sache des Staates sein kann, Bürgern irgendwelche sportlichen Aktivitäten zu verbieten. Es kann doch nicht sein, dass eine der populärsten Sportarten der Welt - und auch wenn Ihnen das nicht passt: das ist der Fall bei Formel 1 - einfach von der Schweiz verboten wird. Wir sollten auch hier den Markt spielen lassen. Wir sind uns wahrscheinlich auch alle einig, dass es in der Schweiz nie Formel-1-Rennen geben wird. Dennoch brauchen wir Rundstrecken. Ich sage Ihnen, warum.

Der zweite Grund, weshalb wir hier für Eintreten sind, betrifft die Sicherheit. Es ist nicht so, wie gesagt wurde, dass mit dieser Aufhebung des Verbotes weniger Sicherheit geschaffen würde, sondern es wird mehr Sicherheit geschaffen. Wir haben nicht zuletzt auch hier im gesetzgeberischen Rahmen immer mehr Auflagen gemacht. Ich erinnere an die Wiederholungskurse für Neulenker, ich erinnere aber auch an andere Massnahmen, welche für die Sicherheit getroffen wurden und die eben auf abgesperrten Strecken getestet werden müssen und sollen. Es geht aber nicht nur um Fahrtrainings, es geht nicht nur um Versuche der Versicherungen. Es geht auch um Tests und vor allem auch um Forschung. Dies ist bis jetzt in der Schweiz nicht statthaft, und es kann doch nicht sein, dass wir beispielsweise unsere Versicherungsgesellschaften zwingen, ins Ausland zu gehen, um ihre Tests durchzuführen, wenn sie das hier in der Schweiz ebenso könnten.

Der dritte Grund aus freisinnig-liberaler Sicht für das Eintreten betrifft das wirtschaftliche Potenzial. Auch wenn das der links-grünen Seite nicht gefällt: Wir haben eine führende Unternehmung in der Schweiz, die trotz Rundstrecken-Rennverbot Hunderte von Arbeitsplätzen schafft. Es geht um den Rennstall BMW Sauber, der hier seit Jahrzehnten weltweit führend für hochqualifizierte Arbeitsplätze sorgt. Genau darum geht es, dass wir diesem Rennstall bessere Voraussetzungen geben, damit er seine geschätzten und weltweit führenden Aktivitäten in der Schweiz durchführen kann.

Noch eine kleine Erklärung zu der sogenannt unökologischen Formel 1: Geschätzte Kollegin Lachenmeier, es gibt selten einen Sport, der ein derart ökologisches Verhältnis zwischen Besuchern, die aktiv an einem solchen Rennen teilnehmen, und Zuschauern aufweist - Millionen von Zuschauern in der ganzen Welt, die an solchen Rennen interessiert sind.

In diesem Sinne ist Formel 1 sogar ein vorbildlicher Sport und erfüllt sogar hohe ökologische Erwartungen. Hören wir also auf, den Leuten vorschreiben zu wollen, was sie sehen, tun und welchen Sportarten sie frönen dürfen. Es geht hier darum, ein unzeitgemässes Verbot aufzuheben. Es ist jetzt wirklich Zeit, dass auch die Schweiz einsieht, dass hier solche Rundstreckenrennen eben nur Vorteile bieten.