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Fässler-Osterwalder Hildegard · Nationalrat · 2012-06-07

Fässler-Osterwalder Hildegard · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion · 2012-06-07

Wortprotokoll

Ich nehme den Grünen durchaus ab, dass auch sie Freunde des Sports sind. Ich glaube, dass wir das alle sind. Aber man kann trotzdem zu unterschiedlichen Einschätzungen der Situation kommen. Ich würde aus den Voten der Grünen und auch von Herrn Derder entnehmen, dass die logische Folge Nichteintreten wäre oder die Rückweisung an den Bundesrat mit dem Auftrag, Genaueres zu liefern. Dass man jetzt aber ohne Abstimmung auf das Nasak-Programm eingetreten ist, deutet doch darauf hin, dass man einverstanden ist, dass man hier etwas macht, auch wenn noch nicht ganz alles klar ist.

Ich möchte insbesondere meiner Freude darüber Ausdruck geben, dass der Angriff auf Buchstabe d, die Erstellung des nationalen Fussballzentrums, hier nicht weitergeführt wurde. Dies freut mich als Präsidentin des Frauenfussballrates Schweiz. Es ist wichtig, dass ein solches Zentrum entsteht, vor allem zur Förderung des Frauenfussballs. Frauenfussball wird ja in den Vereinen nicht überall gleich geschätzt. Ein solches Zentrum kann zur Wertschätzung beitragen.

Warum ich Ihnen aber beantragen möchte, mit der SP-Fraktion diese zusätzlichen 20 Millionen Franken zu beschliessen, hat folgende Gründe: Zum einen gibt es wirtschaftliche Aspekte. Wenn mehr gebaut wird, dann gibt es nicht nur beim Bund mehr Ausgaben, sondern auch bei den Vereinen und den Kantonen. Es gibt Arbeit für sehr spezialisierte Firmen, für Firmen, die auf den Sport spezialisiert sind und die solche Aufträge gerne entgegennehmen. Wenn ich an den Abstimmungskampf zur Abstimmung in einer Woche denke, bei dem behauptet wird, dass über das Bausparen sehr viel Arbeit entstehe, sehr viel Geld ausgegeben werde, sehr viel für die Bauwirtschaft getan werde, dann würde ich sagen: Hier ist das viel sinnvoller, und vor allem stimmt es hier.

Es geht dann bei diesen 20 Millionen Franken auch darum, dem Bundesrat und den Projektverantwortlichen etwas mehr Flexibilität zu geben. Es stimmt - man weiss z. B. noch nicht, wo dieses nationale Fussballzentrum hinkommen soll. Deshalb weiss man auch nicht genau, wie viel Unterstützung vom Bund gegeben werden soll. Ich glaube, es macht eher Sinn, wenn man das über einen prozentualen Ansatz macht und nicht über einen Frankenbetrag. Je nachdem, was man für ein Grundstück erwerben muss und was man sonst für Kosten hat, kann das mehr oder weniger sein als das, was geplant ist. Der Bundesrat bekommt so die Flexibilität, dem zu begegnen.

Es geht nicht darum, dass diese 20 Millionen Franken unbedingt ausgegeben werden müssen, aber wir wissen sehr wohl, dass es genügend Projekte gibt, die unterstützt werden können. Wir haben in den letzten Jahren festgestellt, dass z. B. immer weniger Kinder mit dem Schneesport in Berührung kommen, dass immer weniger Skilager und Ähnliches durchgeführt werden. Das hat aber auch damit zu tun, dass es für jene, die dann etwas begeisterter sind, auch nicht so viele Anlagen für Trainings gibt. Da wurde gerade im Schneesport sehr viel zusammengestrichen, was der entsprechende Verband bedauert. Da könnte man allenfalls mit diesem Kredit mehr machen. [PAGE 995]

Ich möchte auch darauf hinweisen, dass in all diesen Anlagen nicht einfach nur Spitzensportlerinnen und Spitzensportler gefördert werden, sondern in aller Regel geht es auch um Ausbildung von Trainerinnen und Trainern. Trainerinnen und Trainer braucht es auf allen Stufen. Sie sollen gut ausgebildet werden, damit die Kinder von Anfang an das Richtige lernen und sich nichts Falsches aneignen. Es geht hier tatsächlich auch um Förderung des Breitensports, insbesondere mittels Trainerinnen und Trainern.

Zum Schluss: Man kriegt nicht einfach Geld aus dem Nasak-Programm. Dazu müssen ganz klare Anforderungen erfüllt werden. Diese werden nicht geändert, wenn wir hier jetzt zusätzlich 20 Millionen Franken beschliessen, sie müssen eingehalten werden. Wenn ein Verband einfach kommt und sagt, er hätte noch gern etwas, dann geht das so nicht. Die Basis für die Vergabe dieser Kredite bleibt dieselbe, genauso, wie das jetzt bei diesen Verpflichtungskrediten a bis k gemacht wurde. Sie müssen keine Angst haben, dass hier etwas Überbordendes passiert. Man könnte die 70 Millionen Franken auch als eine Art Rahmenkredit anschauen, in dem sich dann der Bundesrat bewegen und mit dem er allenfalls bei den Verpflichtungskrediten a bis k auch noch etwas entgegenkommen kann, je nachdem, was da schliesslich für ein Projekt am Entstehen ist.

Ich möchte Sie deshalb bitten, hier diese zusätzlichen 20 Millionen Franken auszugeben. Von einem ordnungs- oder finanzpolitischen Sündenfall möchte ich hier also nicht sprechen. Da denke ich mir, Gripen lässt grüssen.