Lexipedia

Fehr Jacqueline · Nationalrat · 2001-11-27

Fehr Jacqueline · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2001-11-27

Wortprotokoll

Wir haben nach wie vor viel zu viele Tote auf unseren Strassen, und insbesondere sterben nach wie vor viel zu viele junge Menschen. Wenn Sie die Liste anschauen, die die Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) uns zugeschickt hat und die allein die Todesfälle der Junglenker, der jungen Menschen, im Jahre 2001 betrifft, dann gehen Sie in diesem Punkt mit mir einig. Die Frage ist jetzt, was wir dagegen machen. Die einen sagen, man müsse die Grundausbildung verbessern, man müsse sie allenfalls sogar verlängern. Die anderen sagen, man müsse obligatorisch auf eine zweistufige Ausbildung umschwenken. Ich denke, für die zweistufige Ausbildung sprechen sämtliche pädagogischen Erfahrungen. Wir wissen aus allen Bereichen, dass eine mehrphasige Ausbildung wirkungsvoller ist als eine verlängerte einphasige Ausbildung, da bei einer mehrphasigen Ausbildung zwischen den [PAGE 1560] Ausbildungsabschnitten Praxiserfahrung gemacht werden kann, die dann in der Ausbildung wiederum umgesetzt werden kann.

Die Freiwilligkeit in diesem Bereich wirkt etwas zynisch, denn die Freiwilligkeit kommt hier oft zu spät: Tote können keine Weiterbildungskurse mehr besuchen. Für die Junglenker, die in den letzen Wochen auf den Strassen gestorben sind, war es eben zu spät, eine Weiterbildung zu besuchen. Herr Heim hat es vorhin gesagt: Im Unterschied zur Fahrausbildung kommen eben neue Elemente dazu, das Alleine-Fahren, aber insbesondere auch - das ist bei diesen Unfällen sehr häufig - das Fahren mit Kolleginnen und Kollegen, das Unterwegssein mit Freunden, das Eindruck-machen-Wollen, das Aufs-Gas-Drücken. Hierzu braucht es, nach gewissen praktischen Erfahrungen im Strassenverkehr, eine erneute Weiterbildung, wo eben auf diese Punkte eingewirkt werden kann, wo den jungen Menschen gesagt und erklärt werden kann, dass das nicht das korrekte Verhalten ist.

Wir haben auch gehört, dass sämtliche Institutionen, die sich mit dieser Thematik befassen, vom TCS bis zur BfU, für diese zweistufige Ausbildung sind, weil sie von den konkreten Erfahrungen ausgehen, weil sie wissen, dass damit wirklich Leben gerettet werden können, Leben junger Menschen, und ich denke, dass das klare Resultat des Ständerates auch für uns wegweisend sein sollte.

Ich bitte Sie, dem Antrag der Mehrheit zuzustimmen.