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preparatory:AB 166140

Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2014-09-23

Wortprotokoll

Wir haben jetzt schon bei zwei Vorstössen darüber gesprochen. Ich wiederhole nicht, aber anerkenne noch einmal ausdrücklich, dass es tatsächlich eine ganz besondere Herausforderung ist, im Alter in den Arbeitsprozess zurückzufinden; das ist keine Frage. Ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - da rede ich aus meiner Berufserfahrung - bringen einen Berufserfahrungsschatz mit, den man im ersten Moment nicht wirklich erkennen und werten kann. Deshalb wird er etwas zu wenig berücksichtigt; das ist ein Risiko. Eine künftige Initiative muss also vor allem auch beim Erkennen des Berufserfahrungsschatzes ansetzen. Jüngere haben immer wieder den Vorteil, dass sie tatsächlich oder vermeintlich moderner ausgebildet sind, dass sie etwas dynamischer sind oder vielleicht manchmal auch nur so wirken. Es gibt gegenüber älteren Arbeitnehmenden tatsächlich Vorurteile: Es gibt das Vorurteil der Kosten, es gibt das Vorurteil der Flexibilität; es gibt auch das Vorurteil, dass man bei älteren Leuten nicht mehr auf die modernsten Arbeitsmethoden, auf die modernsten Kenntnisse usw. abstellen kann.

All das darf uns nicht hindern, Anstrengungen zu unternehmen, um älteren Menschen in den Arbeitsprozess zu verhelfen. Die besten Rezepte sind die Rezepte, die vor allem die Umgebung der Arbeitsplätze betreffen. Was ich in Erinnerung rufen will, ist: Je besser es uns gelingt, den Arbeitsmarkt offen zu halten, umso besser werden sich die Unternehmungen in diesem Arbeitsmarkt wettbewerblich bewegen können, und umso grösser ist dann die Chance, dass sie Beschäftigung anbieten können. Das gilt letztlich auch für die staatsnahen Beschäftigungsfelder. Es muss also auch darum gehen, dass wir den Arbeitgebern weiterhin eine möglichst grosse Flexibilität zugestehen. Zudem sind auch Arbeitsplätze für Ältere natürlich massgeblich davon abhängig, ob wir es mit wirtschaftlich eher besseren oder eher schlechteren Zeiten zu tun haben.

In aller Kürze: Für mich ist entscheidend und wichtig, dass wir alles tun, damit das liberalere Arbeitsgesetz, das wir heute immer noch kennen, aufrechterhalten bleibt, sodass auch für die älteren Arbeitsuchenden die Chancen gesteigert werden können.

Die Fachkräfteinitiative habe ich erwähnt. Sie wird einen Beitrag leisten können, einen Beitrag leisten müssen. Die gesetzlichen Grundlagen habe ich vorhin auch schon erwähnt. Noch eine Bemerkung zur Diskriminierungsfrage: Es ist tatsächlich so, wir haben keine gesetzliche Grundlage. Sie haben darum gebeten, dass wir das im Zuge der Konferenz ebenfalls studieren werden. Wir werden das selbstverständlich tun. [PAGE 894]