Fiala Doris · Nationalrat · 2013-09-19
Fiala Doris · Nationalrat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion · 2013-09-19
Wortprotokoll
Das Postulat verlangt, dass wir in Rom nicht nur eine sogenannte Seitenakkreditierung haben, sondern effektiv eine diplomatische Vertretung. Rund 90 Mitunterzeichnende von ganz links in diesem Saal bis ganz rechts, Katholiken, Protestanten, Agnostiker, Atheisten und andere, die sicher nicht zu den Papstgläubigen gehören, haben mein Postulat unterzeichnet.
Es ist kein Luxus, was ich fordere; ich fordere nicht einmal mehr Budget. Ich denke, es ist auch konsequent für all jene, die eben sagen, dass wir unser Konsularnetz ausbauen und nicht abbauen müssen, wie es vorhin auch Kollege Büchel ausgeführt hat. Alle Risiken sind nämlich heute global: Terrorismus, Cybercrime, Flüchtlingswesen, organisiertes Verbrechen und Menschenhandel. Der internationale Dialog nimmt deshalb stetig an Bedeutung zu.
Von 193 bei der Uno vertretenen Staaten sind 170 beim Heiligen Stuhl akkreditiert. Unter anderen sind die Grossmächte USA und Russland, aber auch Ägypten und Israel und sogar Indonesien heute vertreten. Seit fünfhundert Jahren gewährt die Schweizergarde Schutz für den Papst in Rom, und Rom hat seit 1586 die Nuntiatur bei uns. Die Frage stellt sich schon, weshalb wir nicht Gegenrecht halten.
Religionsfragen nehmen im internationalen Kontext zu. Die wichtigsten internationalen Diskussionen zu Grundrechten, Glaubens- und Religionsfreiheit finden konzentriert am Heiligen Stuhl statt. Wir brauchen sicher keine aufgebauschte, aufgeblähte Botschaft. Aber zu meinen, die Geschäfte nebenher erledigen zu können, ist, mit Verlaub, ein bisschen despektierlich und vielleicht eine falsche Optik. Unsere Stimme kann in Rom gewichtiger sein als in vielen anderen diplomatischen Zirkeln. Ein einziger Diplomat vor Ort würde wohl reichen, und die Kosten würden sich in Grenzen halten. Eine direkte Stimme in Rom ist wichtig für die Religion, die Ethik. Ich denke, das ist die Schnittstelle, die uns heute zu interessieren hat.
Last, but not least fordert mein Postulat wirklich nicht mehr Budget, denn ich bin überzeugt, dass man den erforderlichen Betrag an anderen Orten einsparen könnte - obwohl ich für mehr und nicht für weniger Präsenz im Ausland plädiere. Es fällt mir einfach schwer zu glauben, dass die nötigen schätzungsweise 500 000 Franken pro Jahr nicht anderswo eingespart werden könnten. [PAGE 1520]
Ich danke Ihnen deshalb, wenn Sie dieses Postulat unterstützen.