Flach Beat · Nationalrat · 2014-09-17
Flach Beat · Nationalrat · Aargau · Grünliberale Fraktion · 2014-09-17
Wortprotokoll
Es ist tatsächlich so, dass es hier nicht nur um den Wein geht. Viele von Ihnen, ich gehöre auch dazu, haben schon Anrufe bekommen von einem mit französischem Akzent sprechenden Herrn, der verspricht, einem aus der neuesten Ernte des Bordeaux zum Vorzugspreis eine Kiste oder zwei verschaffen zu können, man müsse aber jetzt gerade Ja sagen, denn morgen werde das Angebot nicht mehr gelten usw. - Sie kennen das. Das ist häufig eine Betrügerei. Einer Betrügerei dieser Art kommen wir mit diesem Gesetz nicht bei. Das hat nichts mit der Rückgabe zu tun, über die wir hier sprechen, weil ich mich in einem Irrtum befunden habe oder überrumpelt worden bin am Telefon, sondern hier wird tatsächlich mit einer Masche versucht, Konsumenten hereinzulegen. Meistens erweist es sich als sehr schwierig, diese Leute nachher überhaupt ausfindig zu machen, und der übliche Weg wäre, diesen Vertrag anzufechten, weil ich nicht das bekommen habe, was ich erwartet habe. Das wäre dann eigentlich über das Mängelrecht zu behandeln.
Aber es geht nicht nur um den Wein. Wir haben heute bei einem wachsenden Markt im Online-Handel die Möglichkeit, alle anderen Dinge ebenfalls online zu bestellen. Es gibt die Möglichkeit, dass ich mir ganze Wochenmenüs nach Hause schicken lasse; da hat es dann auch Gemüse dabei oder allenfalls vielleicht sogar Salat. Wenn der Nachbar das Paket entgegennimmt - sei es mit dem Wein oder mit dem Gemüse oder dem Salat darin - und es statt in die Garage in die pralle Sonne stellt und das Gemüse schon fast gekocht und der Salat schlampig ist und der Wein weggeschüttet werden kann, wenn ich am Abend heimkomme, dann macht es wirklich keinen Sinn, wenn ich sagen kann, dass ich davon zurücktreten will; ich hätte dann auch unglaubliche Beweisprobleme. Bleiben wir bei diesem Konstrukt, bei dem wir sagen, dass verderbliche Waren davon ausgenommen sind. Stärken wir hier das Konsumentenbewusstsein. Wenn wir Wein kaufen wollen, dann gehen wir zum Kelterer unseres Vertrauens, degustieren und kaufen den Wein dort; das ist viel besser und auch lustvoller.