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Mörgeli Christoph · Nationalrat · 2014-09-11

Mörgeli Christoph · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2014-09-11

Wortprotokoll

Ich entnehme dem Gemurmel zur Linken, dass Sie sich auf mich freuen. Nun, das Vollmachtenregime des Bundesrates war in der Tat eine problematische Sache, und die Rückkehr zur Demokratie war ganz, ganz wichtig. Wir haben uns übrigens in dieser Hinsicht nicht auf die Schultern zu klopfen, es waren im Wesentlichen alle Parteien, die sich sehr gut mit diesem Vollmachtenregime installiert hatten: Es war leider meine eigene Partei, es waren die Freisinnigen, es waren die Sozial- und die Christdemokraten. Der einzige, der wirklich dagegen kämpfte, war Gottlieb Duttweiler vom Landesring. Dieser Teil eines helvetischen Totalitarismus in jener Zeit ist kein erfreulicher Abschnitt der Geschichte. Die Rückkehr zur Demokratie, durch das Volk bewegt, war eine gute Sache. In dieser Hinsicht verstehe ich sehr gut, was Herr Freysinger möchte, und sein Anliegen hat gewiss Berechtigung.

Wie steht es aber mit der Umsetzung in diesem Saal? Wenn wir anfangen zu gedenken, dann werden die Linken natürlich auch der Spanienkämpfer oder des Generalstreiks gedenken wollen; die Grünen werden an Katastrophen wie Seveso, Tschernobyl usw. erinnern. Wir kämen aus dem Aufstehen in diesem Saal gar nicht mehr heraus. Ich bin - das [PAGE 1456] mag Sie überraschen - kein Fan von patriotischen Posen im und ums Bundeshaus. Ich bin kein Fan des Absingens von Nationalhymnen in diesem Saal, ich bin nicht einmal ein Fan der Fahnen, die hier in den Ecken des Saales stehen.

Ich bin der Meinung, wir sollten in diesem Saal weniger feiern und mehr arbeiten. Ich bin der Meinung, wir sollten weniger gedenken und mehr denken. Ich kann dem Ordnungsantrag nicht zustimmen. (Teilweiser Beifall)

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