Freysinger Oskar · Nationalrat · 2015-03-05
Freysinger Oskar · Nationalrat · Wallis · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2015-03-05
Wortprotokoll
Es geht um eine Praxis, die es in einer zivilisierten Welt eigentlich nicht mehr geben dürfte. Es geht um das Finning. Das bedeutet: Weltweit werden in den Ozeanen Haifische gefischt, man schneidet ihnen die Flossen ab und wirft ihre lebenden Körper zurück ins Wasser. Die Haifische verenden elendiglich auf dem Grund der Ozeane, und dies für den Leckerbissen, den man dann in irgendwelchen Gourmetrestaurants servieren kann: die Haifischsuppe.
Ich finde, dass ein Land wie die Schweiz ein solches Vorgehen nicht länger dulden und etwas dagegen unternehmen sollte. Das ist das Ziel dieser Motion. Die Stellungnahme des Bundesrates beglückt mich überhaupt nicht. Man beruft sich einfach auf die internationalen Massnahmen, die gegen das Fischen von Haifischen oder gegen das Finning unternommen werden. Man beruft sich einfach auf irgendwelche anderen Organisationen und will selber nichts unternehmen. Der Höhepunkt der Antwort ist denn auch, dass das ein Problem hinsichtlich der WTO-Kompatibilität sein könnte. Ich meine: Entweder ist man für den Tierschutz und verhält sich zivilisiert, auch den Haifischen gegenüber, oder man kann das Wort "Zivilisation" von seiner Fahne streichen.
Ich habe kontrolliert und einige entsprechende Restaurants gefunden, zum Beispiel in der Westschweiz. Ich habe vorhin nur kurz im Internet nachgeschaut und immerhin drei gefunden, die so etwas anbieten: das "Chinatown" in Lausanne, das "des plats plus rares comme le potage aux ailerons de requin" anbietet, dann "La Baie d'Ha Long", ein vietnamesisches Restaurant in Renens, und schliesslich das "Mandarin" in Genf.
Zu sagen, es würden keine Haifischflossen in die Schweiz importiert, ist also völlig falsch. Deshalb bitte ich Sie, diese Motion zu unterstützen. Kosten tut sie nicht viel, sie würde diesen Tieren aber wahrscheinlich zum Vorteil gereichen. Sie haben mich schon damals bei den Robben unterstützt, ich glaube, das geht in die gleiche Richtung - und es würde zeigen, dass der Schweiz der Tierschutz wirklich am Herzen liegt.