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Ogi Adolf · Bundesrat · 2000-03-07

Ogi Adolf · Bundesrat · Bern · 2000-03-07

Wortprotokoll

Ich rufe zunächst in Erinnerung, worum es bei dieser Motion des Ständerates (Hess Hans) geht. Mit der Motion soll der Bundesrat beauftragt werden, gesetzliche Grundlagen zu schaffen bzw. Sofortmassnahmen zu prüfen, mit denen Sportmittelschulen zu unterstützen sind. Ich sage es Ihnen ganz ehrlich: Der Motionär spricht mir aus dem Herzen. Schliesslich war ich einmal Direktor des Schweizerischen Skiverbandes und kenne die heutige Problematik à fond. Seine Wurzeln soll man nie verleugnen.

Der Motionär greift zu Recht das grundsätzliche Problem der Förderung des Spitzensportes durch den Staat auf. Speziell unterstützt werden sollen die zum Teil auf privater Basis geschaffenen Schulen zur Förderung des alpinen Skirennsportes. In der Begründung der Motion werden die seit einigen Jahren bestehenden Schulen in Engelberg, Davos, Brig und Martigny erwähnt. Erfreut darf man feststellen, dass Engelberg vor vierzehn Tagen eine Juniorinnen-Abfahrtsweltmeisterin in der Person der Walliserin Fränzi Aufdenblatten hervorgebracht hat. Erfreut darf man auch feststellen, dass das Schweizerische Sportgymnasium in Davos heute verschiedene Sportarten, auch Sommersportarten, ausbildet.

Ich weiss, dass die Kombination von Spitzensport und Schule heute grosse Probleme aufwirft, und ich weiss auch, dass es dem Schweizer Sport als Ganzes gesehen nicht sehr gut geht. Ausnahmen bestätigen die Regel. Trotzdem beantragt der Bundesrat die Umwandlung der Motion in ein Postulat. Ich möchte dazu drei Gründe anführen:

1. Die Zielrichtung des Vorstosses konzentriert sich auf eine Sportart und einen Schultypus. Die Problematik muss jedoch im Kontext der Bildungslandschaft Schweiz und der Vielfalt der Sportarten aufgegriffen werden. Wir werden diese Analyse im Rahmen des sportpolitischen Konzeptes, das wir am 20. Dezember 1999 im Bundesrat verabschiedet haben, vornehmen.

2. Der heutige Verfassungsauftrag verlangt primär die Förderung des Breitensportes. Eine sekundäre Förderung des Spitzensportes ist aber möglich und erstrebenswert.

3. Es bedarf daher eines Gesamtkonzeptes zur Förderung des Spitzensportes in der Schweiz, unter besonderer Berücksichtigung der allfälligen Unterstützung von Sportschulen.

Der Bundesrat hat am 20. Dezember 1999 ein Aussprachepapier des VBS für eine zukünftige Sportpolitik zur Kenntnis genommen. In diesem Projekt wird auch die Frage der Nachwuchsförderung für den Spitzensport bearbeitet. Bis Ende 2000 werden dem Bundesrat Empfehlungen vorgelegt, die im Gesamtzusammenhang auch die Förderung von Sportmittelschulen durch den Bund beinhalten werden.

Deshalb bitte ich Sie, dem Bundesrat und der Mehrheit Ihrer Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur zu folgen und die Motion als Postulat zu überweisen.