Meier-Schatz Lucrezia · Nationalrat · 2001-12-04
Meier-Schatz Lucrezia · Nationalrat · St. Gallen · Christlichdemokratische Fraktion · 2001-12-04
Wortprotokoll
Es geht hier nicht um Millionen, sondern lediglich um 200 000 Franken. Das Siebente Europäische Jugendmusikfestival findet nächstes Jahr erstmals in der Schweiz statt. Sie alle sind bereits in der Frühjahrssession in Lugano darüber informiert worden. Jene Persönlichkeiten - namentlich in bürgerlichen Kreisen des National- und Ständerates -, die dem Patronatskomitee angehören, wissen, dass dieses grosse, einmalige Ereignis immer konkretere Formen annimmt.
Einerseits sind durch den Verband "Musikschulen Schweiz" und den Verein "Jugend und Musik" rund 200 Orchester, Chöre, Ensembles, Blasmusiken und Bands mit 8000 Jugendlichen aus 27 europäischen Ländern eingeladen. Andererseits wurde der Schweizer Komponist Mario Beretta beauftragt, ein Werk für dieses Ereignis zu schaffen; seine Komposition "A Song of the Earth" wird unter anderem an der Expo.02 zu hören sein. Dabei werden ein grosses Jugendsinfonieorchester mit etwa 400 jungen in- und ausländischen Musizierenden sowie zwei Chöre mit je 400 Sängerinnen und Sängern mitwirken. Zahlreiche regionale Veranstaltungen werden unsere Bevölkerung im Banne der Musik halten, und dies dank der Jugend. Diese Schweizer und Städte-Events wären ohne Mitwirkung zahlreicher Jugendlicher im In- und Ausland undenkbar.
Am 18. Mai des nächsten Jahres werden alle 8000 Teilnehmenden in acht oder neun Städten, auf Plätzen, in Kirchen und in Konzertsälen musizieren und singen. Ein Ereignis, das auch für unsere musizierende und singende Schweizer Jugend von grosser Bedeutung sein wird.
Es versteht sich von selbst, dass ein solches Europäisches Jugendmusikfestival ein teures Vorhaben ist. Das vorgesehene Budget beläuft sich auf knapp 3 Millionen Franken. Der Bund hat im Gegensatz zur starken Unterstützung anderer Staaten, welche 80 Prozent aller benötigten Mittel zur Verfügung stellten, als sie das Europäische Jugendmusikfestival beherbergten, bis anhin lediglich einen Betrag von 200 000 Franken gesprochen. Trotz privatem Sponsoring und verschiedenen Aktionen, so auch dem Verkauf von 100 000 Tafeln Schokolade, muss festgestellt werden, dass die Organisationen dieser für unser Land und unsere Jugend bedeutsamen Veranstaltung nach wie vor mit sehr hohen ungedeckten Kosten rechnen müssen.
Ich schlage Ihnen deshalb vor, dass wir dieses kulturelle Vorhaben nationaler Bedeutung und Ausstrahlung mit einem zusätzlichen Beitrag von 200 000 Franken unterstützen. Dieser einmalige Anlass verdient unsere Unterstützung, und ich hoffe, dass Sie hier etwas Musikgehör zeigen.
Gemäss Artikel 6 der Verordnung vom 15. März 2001 über die Verwendung des Gewinns aus dem Verkauf numismatischer Produkte der Swissmint, der so genannten Prägegewinnverordnung, kann dieser Betrag auch gesprochen werden. Das Europäische Jugendmusikfestival erfüllt die Voraussetzungen dieser Verordnung und dieser Ausgabenrubrik.
Im Wissen, dass das allgemein gestiegene Kunstangebot sowie die eingeschränkten Kulturbudgets zu einer kontinuierlichen Zunahme der Gesuche für den Prägegewinn geführt haben und somit auch die budgetierten Mittel bereits reserviert sind, bleibt nur eine einmalige Aufstockung dieses Budgetpostens offen.
Ich beantrage Ihnen eine Erhöhung von 200 000 Franken. Aus meiner Sicht ist das budgettechnisch unproblematisch, da die Rubrik nicht nur aus dem Verkaufserlös der Sondermünzen, sondern mit 101,9 Millionen Franken auch aus allgemeinen Bundesmitteln gespiesen wird.