Widmer-Schlumpf Eveline · Bundesrat · 2015-03-10
Widmer-Schlumpf Eveline · Bundesrat · Graubünden · 2015-03-10
Wortprotokoll
Ich möchte Sie bitten, diese Motion abzulehnen - aber nicht deshalb, weil der Bundesrat nicht alles Verständnis hätte für die Notwendigkeit der Ermöglichung des Wiedereinstiegs von Frauen, die familienbedingt eine Pause gemacht haben und wieder in den Beruf einsteigen wollen. Es scheint uns jedoch, dass die Praktika, wie wir sie in der Bundesverwaltung haben, nicht das geeignete Instrument sind. Praktika beinhalten ja die Möglichkeit, dass man Praxiserfahrung erlangen kann, damit man den Einstieg ins Erwerbsleben besser schaffen kann. Entsprechend ist auch die Entlöhnung bei Praktikumsplätzen sehr tief. Ein Praktikum ist zudem auf eine bestimmte Dauer angelegt, nämlich maximal auf ein Jahr. Von daher ist es nach Auffassung des Bundesrates nicht das richtige Instrument.
Aber es ist richtig, dass die Verwaltung alles tut, um den Wiedereinstieg auch von Frauen zu ermöglichen und zu erleichtern, die eine Familienpause gemacht haben. Sie tut dies mit modernen Arbeitszeitformen, mit flexiblen Arbeitszeitmodellen und auch mit der Anrechnung der Arbeit, die eine Frau schon geleistet hat, sei es im beruflichen Alltag oder sei es in der Betreuungsarbeit. Insofern, so denke ich, haben wir die notwendigen Instrumente. Aber das Instrument Praktikum, wie wir es in der Bundesverwaltung kennen, ist nicht das richtige Instrument.