Humbel Ruth · Nationalrat · 2013-09-09
Humbel Ruth · Nationalrat · Aargau · Fraktion CVP-EVP · 2013-09-09
Wortprotokoll
Mit meiner Motion möchte ich zeitlich befristete Dumpingpreise für Tabakprodukte, insbesondere für Zigaretten, verhindern. Ich will also keine gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreise, und ich will auch keine generelle Steuererhöhung. Ich will Aktionen, Lockvogelangebote verhindern, welche sich hauptsächlich an Jugendliche richten. Erwachsene haben in der Regel ihre bevorzugte Marke und reagieren kaum auf Aktionsangebote. Jugendliche reagieren hingegen sehr preissensibel, und Discountangebote sind oft der Beginn einer Raucherkarriere.
Das Argument des Bundesrates, dass für die Umsetzung der Motion die Verfassungsgrundlage fehle, kann ich nicht nachvollziehen. Ich verlange eben keine Fixpreise, auch keine Mindestpreise, wie sie in einigen Ländern Europas [PAGE 1250] gelten, sondern schlicht und einfach, dass der auf der Packung angeschriebene Preis gilt. Die Tabakindustrie ist also völlig frei, wo sie ihn ansetzen will.
Mitte August hat der Bundesrat bekanntgegeben, dass er sich die Kompetenz geben lassen will, die Zigarettenpreise generell zu erhöhen. Diese Forderung ist wahrscheinlich mehr fiskalisch denn gesundheitspolitisch motiviert. Aus gesundheitspolitischen Gründen, aus Gründen der Prävention muss es nämlich primäres Ziel sein, Jugendliche vom Rauchen abzuhalten, Jugendliche davor zu schützen, Raucher zu werden. Entsprechend müssen gezielte Massnahmen getroffen werden. Wie ich ausgeführt habe, handeln Jugendliche preissensibel und reagieren auf diese Angebote. Es braucht also nicht wieder generelle Preiserhöhungen für die Zigaretten, um Präventionsmassnahmen zu stärken, sondern es braucht gezielte Interventionen, welche Jugendliche davor schützen, mit dem Rauchen zu beginnen.
In diesem Sinne bitte ich Sie, meine Motion anzunehmen.