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Gross Jost · Nationalrat · 2001-12-11

Gross Jost · Nationalrat · Thurgau · Sozialdemokratische Fraktion · 2001-12-11

Wortprotokoll

Frau Vallender, ich habe sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, dass die Missbrauchsbekämpfung im Zusammenhang mit der organisierten, kommerzialisierten Sterbehilfe ein echtes Problem ist. Ich räume Ihnen aus grundrechtlicher Sicht auch absolut ein, dass selbstverständlich der Lebensschutz betagter Menschen absolut gilt und einen höheren Rang hat, selbst vor der körperlichen Integrität und dem Recht auf Fortpflanzung psychisch oder anderweitig Behinderter.

Aber hier, Frau Vallender, geht es um etwas anderes: Es geht darum, eine glaubwürdige Grenze zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe zu finden. Ich habe das Beispiel angeführt, dass heute in Spitälern durchaus durch eine entsprechende Dosierung des Medikamentes eigentlich eine aktive Herbeiführung des Todes in Kauf genommen und sogar angestrebt und mit den Angehörigen besprochen wird, und dass das trotzdem unter dem Begriff der passiven Sterbehilfe läuft. Sie alle haben das wahrscheinlich schon erlebt. Andererseits gerät der Arzt dann, wenn er selber das Medikament verabreicht, in den Dunstkreis der Strafbarkeit. Frau Vallender, wenn Sie die Praxis in den Spitälern betrachten, ist diese Abgrenzung nicht mehr haltbar und nicht mehr glaubhaft. Es geht um diese Abgrenzung. Bei der Parlamentarischen Initiative Cavalli geht es darum, die Diskussion über diese problematische Abgrenzung weiterzuführen. Zu welchen Lösungen wir dann kommen, das wird sich in der zweiten Phase der Diskussion der Parlamentarischen Initiative ergeben.

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