AB 176964
Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2014-12-04
Wortprotokoll
Der Bundesrat empfiehlt Ihnen die Annahme des Postulates.
Der Handlungsbedarf ist schon länger erkannt, Herr Ständerat Recordon, aber ich verstehe Ihre Ungeduld sehr wohl. Der Handlungsbedarf ist auch anerkannt. Wir haben unter anderem mit Professor Hirschi und seiner Gruppe in den letzten Monaten verschiedene Gespräche geführt, auch ich persönlich, um mich davon zu überzeugen, dass es neue Wege gibt. Die Frage ist einfach, wie diese Wege gefunden werden können. Ich glaube, es ist völlig unbestritten, dass wir neue Wege beschreiten müssen, dass wir den jungen Leuten an den Hochschulen früher sagen können müssen, dass ihre wissenschaftliche Karriere nicht nur als möglich, sondern eben auch als gesichert betrachtet werden kann.
Sie haben den Bericht des Bundesrates vom 28. Mai 2014 mit dem Titel "Massnahmen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Schweiz" erwähnt. Ich bin froh, dass Sie diesen Bericht positiv beurteilt haben. Auf dieser Basis wird jetzt auch gearbeitet.
Herr Ständerat Luginbühl, Sie haben die Inländerfrage aufgeworfen. Dem Inländeraspekt wird mit Sicherheit eine besondere Beachtung geschenkt, aber ich will schon daran erinnern, dass gerade im Wissenschaftsbereich die Welt für uns möglichst offen bleiben muss. Es wird für uns entscheidend wichtig sein, dass wir auch künftig die besten Talente bei uns haben können, für uns gewinnen können, und das in sehr jungen Jahren.
Nebenbei bemerkt freue ich mich darüber, dass morgen in Brüssel die Teilassoziierung an Horizon 2020 unterzeichnet werden kann. Diese hat jedoch vor allem einen Schönheitsfehler, und dieser ist, dass sie bis Ende 2016 limitiert ist. Das ist dann eine andere Diskussion, bei der wir korrigieren müssen, damit wir die jungen, talentiertesten Wissenschafter für eine langfristige wissenschaftliche Karriere gewinnen können. Da müssen die entsprechenden Rahmenbedingungen, wenn es um die internationale Einbindung geht, auch gewährleistet werden.
Junge Forschende sollen früh mehr Selbstständigkeit erhalten. Es wurde erwähnt: Wir behandeln das Thema im Moment diskussions- und projektweise auch im Kontext der Hochschulen und des SNF. Wie Sie der Stellungnahme zum Postulat entnehmen konnten, ist vorgesehen, dass die BFI-Botschaft 2017-2020 ganz konkret darüber Auskunft gibt, wie wir das Problem lösen wollen. Die Zielsetzung ist und bleibt: Es sollen Stellen für junge Wissenschafter geschaffen werden - Wissenschafter, die frühzeitig Selbstständigkeit erhalten können. Ich muss Sie aber noch einmal auf die spezifischen Randbedingungen aufmerksam machen. Einerseits wird die Autonomie der einzelnen Hochschulen weiterhin respektiert; andererseits wird der finanzielle Rahmen der BFI-Botschaft eingehalten werden müssen. Wir haben die Lösung innerhalb eines wahrscheinlichen Rahmens zu finden. Das bedeutet automatisch, dass wir gewisse Prioritäten setzen müssen.
Eine letzte Bemerkung: Die Kriterien der wissenschaftlichen Exzellenz, die mehrfach erwähnt wurden, sind natürlich auch bei diesem Projekt ganz oben angesetzt.
Damit bitte ich Sie, das Postulat anzunehmen.