Minder Thomas · Ständerat · 2015-03-09
Minder Thomas · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2015-03-09
Wortprotokoll
Auch ich befürworte die bessere Nutzbarmachung unseres einheimischen, nachhaltigen und oft noch brachliegenden Rohstoffes Holz. Im Rahmen der Aufgabenteilung des NFA haben unsere Vorgänger, es war vor sieben Jahren, die Walderschliessung ausserhalb der Schutzwälder komplett den Kantonen überlassen. Ich meine, wir sollten diese Zuständigkeitsordnung beibehalten und nicht daran rütteln. Der Bund soll sich weiterhin auf den Schutzwald konzentrieren, sprich auf die relativ aufwendige Erschliessung der Wälder in den Bergkantonen. Im Mittelland ist das Verhältnis gerade umgekehrt, dort sind nur 10 Prozent der Waldfläche Schutzwald. Im Mittelland braucht es daher keine neuen Bundessubventionen.
Dazu kommt, dass eine forcierte Weitererschliessung der Wälder aus ökonomischen wie auch aus ökologischen Gründen gar nicht vonnöten ist. Bereits in den übergut erschlossenen Wäldern des Mittellandes ist die Holzwirtschaft kaum selbsttragend. Mehr Erschliessung führt zu Mehrkosten, und zwar für den Unterhalt der bestehenden Waldstrassen. Die Kosten für diesen Unterhalt belaufen sich in den Kantonen gegenwärtig auf zirka 43 Millionen Franken pro Jahr und belasten die Rechnungen der Forstbetriebe. Eine weitere Forcierung der Walderschliessung wäre zudem auch aus Sicht von Flora und Fauna ungünstig. Der Waldstrassenbau führt grundsätzlich zu weiteren Zersiedlungen, zu Eingriffen in die Lebensräume von Wildtieren, zu einer Attraktivierung des Freizeittourismus in immer weitere Gebiete. Die Walderschliessung ist letztlich ein Optimierungs- und kein Maximierungsanliegen.
Mit Buchstabe g würden aber sowohl der Markt als auch die Natur negativ beeinträchtigt. Ich bitte Sie daher, der Minderheit Theiler und dem Bundesrat zu folgen und Buchstabe g zu streichen.