preparatory:AB 183690
Lustenberger Ruedi · Nationalrat · Luzern · Fraktion CVP-EVP · 2014-03-21
Wortprotokoll
Wir verabschieden uns nun noch von unserem Kollegen Hans Kaufmann.
Hans Kaufmann wurde 1999 auf der Liste der Zürcher SVP schon im ersten Anlauf in den Nationalrat gewählt. Einer breiten Öffentlichkeit war er zuvor bereits als von den Medien häufig angefragter Finanzspezialist bekannt. Der gelernte Betriebswirtschafter, Chefökonom und später selbstständige Finanz- und Wirtschaftsberater galt auch in unserem Rat als ausgewiesener Finanzfachmann. Er war Mitglied der Kommission für Wirtschaft und Abgaben, der Finanzkommission, der Kommission für Rechtsfragen und der Delegationen beim Europarat und bei der Efta.
Hans Kaufmann argumentiert in seinem Schwerpunktthema, der Finanz- und Wirtschaftspolitik, mit grosser Fachkompetenz. Er ist dossierfest und weiss, wovon er spricht, namentlich beim Thema "Finanzplatz Schweiz". Er selber bezeichnete sich einmal in einem Interview als "fleissigen Facharbeiter für komplexe Themen". Dabei zeichnet er sich durch ein gutes Gespür für kommende Entwicklungen aus. Seinen allerersten Vorstoss übernahm er 1999 von einem Fraktionskollegen; es ging um Garantien der Eidgenossenschaft für Grossbanken. Der Bundesrat begann damals seine Antwort mit dem Satz: "Grundsätzlich gibt es keine Bank, sei ihre Wettbewerbsstellung noch so bedeutend, welche 'too big to fail' ist. Dies soll auch in Zukunft so bleiben." (AB 1998 N 1604) Nun, die Zeiten und Einschätzungen haben sich offensichtlich geändert.
Seine politischen Grundsätze - Eigenverantwortung, Sparen, tiefe Steuern und eine klare bürgerliche Politik - vertrat Hans Kaufmann standhaft und konsequent. Bei ihm wusste man, woran man war. Er war zwar hart in der Sache, aber angenehm im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen. Das habe ich schon 1999 persönlich erlebt, als wir uns zum ersten Mal trafen. Hans nahm im Wahlkampf in meiner Heimat an einer Veranstaltung zu Bankthemen teil; ich stellte ihm damals eine kritische Frage, und er antwortete eloquent und sympathisch.
In seiner Freizeit widmet sich Hans Kaufmann seiner Familie, dem Lesen, dem Jassen und dem Golf. Als passionierter Golfspieler ist er eine tragende Säule des erfolgreichen parlamentarischen Golfclubs. Diesem Club wird er treu bleiben. Die Erfahrungen auf dem Golfplatz haben Hans Kaufmann wahrscheinlich auch in der Politik geholfen. In beiden Situationen gilt es, die Lage und das Umfeld sorgfältig zu analysieren, nicht zu wanken und die schlagenden Argumente, beziehungsweise den Ball, dosiert und zielsicher loszuschicken, damit wenn möglich ein Hole-in-one gelingt. Mit seinem Rücktritt als Nationalrat auf Anfang Mai bleibt Hans Kaufmann wieder mehr Zeit für seine Hobbys, seine Familie und seine berufliche Tätigkeit als Wirtschaftsberater.
Wir danken Dir, lieber Hans, herzlich für Dein Engagement in unserem Rat und wünschen Dir alles Gute für die Zukunft. (Standing Ovation; der Präsident überreicht Herrn Kaufmann einen Blumenstrauss)
Damit komme ich zur Verabschiedung von zwei Mitarbeiterinnen und einem Mitarbeiter der Parlamentsdienste.
Zunächst möchte ich Frau Laetitia Kohler verabschieden. Sie hat ihre Arbeit bei den Parlamentsdiensten im Jahre 2002 aufgenommen, zuerst als administrative Mitarbeiterin im Sekretariat der Finanzkommissionen und danach im Sekretariat der Kommissionen für Umwelt, Raumplanung und Energie. Dank ihrem Organisationstalent verlor Frau Kohler nie die Übersicht über die zahlreichen Geschäfte und bewältigte die im Lauf der Jahre stets wachsende Arbeitslast effizient. Dank ihrem Geschick im Umgang mit neuen Informatikmitteln hat sie wesentlich zur digitalen Aufbereitung der Kommissionsunterlagen beigetragen. Auch die [PAGE 575] Kommissions- und Ratsmitglieder konnten bei ihren Fragen stets auf die rasche Klärung durch Frau Kohler zählen. Frau Kohler hat die Parlamentsdienste Ende Februar verlassen, um ihr Wissen und Können neu als Sekretärin des Generalsekretärs des UVEK einbringen zu können. Er darf sich glücklich schätzen!
Ich danke Ihnen, Frau Kohler, bestens für Ihre kompetente und engagierte Mitarbeit und wünsche Ihnen viel Erfolg und Befriedigung bei der Fortsetzung Ihrer Karriere im Bundeshaus Nord. (Beifall; der Präsident überreicht Frau Kohler einen Blumenstrauss)
Frau Sibylle ben Rhouma hat ihre Arbeit für die Parlamentsdienste im Jahr 2000 aufgenommen. Zunächst arbeitete sie im Informatikdienst und wechselte 2006 in den Personaldienst. Dort war sie für die Personalentwicklung zuständig. Über ihr Pult gingen viele Ausbildungsgesuche; viele Kurse hat sie auch selbst mitorganisiert. Ganz besonders viel Freude bereitete ihr jedoch die Funktion als Ausbildnerin der Lernenden bei den Parlamentsdiensten. Mit ihrer unterstützenden und unkomplizierten Art gewann sie jeweils rasch das volle Vertrauen der Lernenden und trug viel zu deren professioneller Betreuung bei. Frau ben Rhouma hat sich aber auch sehr für die politische Arbeit des Parlamentes interessiert. Wohl deshalb hat sie im Rahmen einer internen Jobrotation während einem Jahr im Sekretariat der WBK als stellvertretende Kommissionssekretärin gearbeitet. Dank dieser Erweiterung ihrer beruflichen Erfahrung hat Frau ben Rhouma nun einen örtlich kleinen, aber inhaltlich grossen Sprung gemacht: Sie hat im Februar eine Stelle als Kommissionssekretärin beim Grossen Rat des Kantons Bern angetreten.
Im Namen unseres Rates danke ich Ihnen, Frau ben Rhouma, für Ihre langjährigen, wertvollen Dienste und wünsche Ihnen viel Erfolg und Befriedigung bei der Arbeit für das zweite der "drei Bern". (Beifall; der Präsident überreicht Frau ben Rhouma einen Blumenstrauss)
Zu guter Letzt verabschieden wir uns heute von Herrn Roger Farinelli, einem Mitarbeiter der Parlamentsdienste, den Sie alle bestens kennen, nicht nur, weil er schon so lange für das Parlament arbeitet, sondern auch, weil sein Arbeitsplatz in der Loge auf der Ostseite der Eingangshalle zentral gelegen ist und für uns alle eine sichere Anlaufstelle bei Fragen aller Art bietet. Roger Farinelli, eine veritable Institution des Bundeshauses, wird uns per Ende dieses Monats verlassen, um in den verdienten Ruhestand zu treten.
Während 38 Jahren konnten die Parlamentsdienste auf die engagierte und stets zuverlässige Mitarbeit von Herrn Farinelli zählen. Er begann seine Laufbahn im Frühjahr 1976 als Nationalratsweibel. Im Herbst 1992 wechselte er in den Dienst für Sicherheit und Infrastruktur. Dort war er der Praktiker, der gerne im Sinne der Sache anpackte. Sei es bei Demonstranten vor dem Parlamentsgebäude, mit Handwerkern auf einer der vielen Baustellen im und ums Parlamentsgebäude, auf dem Fussballplatz mit dem FC Nationalrat (Beifall) oder mit Ratsmitgliedern oder Mitarbeitern - er fand immer die richtigen Worte und löste die Probleme unkompliziert. Als ehemaliger Kommandant der Betriebsfeuerwehr des Parlamentsgebäudes hat er unzählige Übungen geleitet und uns vor Schaden aller Art bewahrt. Roger Farinelli kennt das gesamt Gebäude durch und durch; selbst über die hintersten Winkel kann er Auskunft geben. Unvergesslich sind seine äusserst interessanten Spezialführungen, die mit lustigen und interessanten Details gespickt sind. Roger Farinelli war stets da, wenn man ihn brauchte. Auch wenn an Wochenenden eine Alarmmeldung übers Handy einging, dauerte es jeweils nicht lange, bis er sich selbst ein Bild der Lage im Parlamentsgebäude verschaffte. Von seinem Fachwissen als Sportmasseur profitierte leider nur der FC Nationalrat oder in seiner Freizeit die Damenfussballmannschaft des FC Rot-Schwarz Thun. (Heiterkeit)
Lieber Herr Farinelli, lieber Roger: Ich danke Dir ganz herzlich für die stets treue und engagierte Mitarbeit für das Parlament, und ich wünsche Dir im Namen von uns allen das Allerbeste, vor allem gute Gesundheit, für die nächsten 38 Jahre. Geniess Deinen wohlverdienten Ruhestand! (Standing Ovation; der Präsident überreicht Herrn Farinelli einen Blumenstrauss)
Damit sind wir am Ende der Frühjahrssession angelangt. Ich danke Ihnen für Ihre Mitarbeit. Wir treffen uns am kommenden 5. Mai zur Sondersession. Bis dahin wünsche ich Ihnen alles Gute!
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Schluss der Sitzung und der Session um 09.15 Uhr
Fin de la séance et de la session à 09 h 15