Lachenmeier-Thüring Anita · Nationalrat · 2010-09-22
Lachenmeier-Thüring Anita · Nationalrat · Basel-Stadt · Grüne Fraktion · 2010-09-22
Wortprotokoll
Ich werde mich kurz halten, weil ich mich schon vor zwei Tagen bei einer ähnlichen Thematik gewehrt habe, nämlich bei der Engpassbeseitigung im Nationalstrassenbau und bei der Freigabe der Mittel. Ich werde es halt nochmals sagen: Jeder Ausbau einer Strasse führt zu Mehrverkehr, führt zu neuem Stau und ist darum eine Sisyphusarbeit. Wenn man eine Strasse verbreitert, wird sie unweigerlich auch mehr Verkehr generieren, der sich wiederum in die Städte und in die Gemeinden ergiesst und auf die Landstrassen ausdehnt, denn die [PAGE 1446] Autobahn allein ist nicht der ganze Weg. Die Autos kommen von irgendwo und gehen irgendwohin.
Wenn wir immer noch jedes Jahr Milliarden in den Strassenbau und insbesondere in den Nationalstrassenbau stecken, generieren wir nicht nur Verkehr, sondern auch Mehrkosten für die Instandhaltung der Infrastruktur. Denn jede Strasse muss auch mit teurem Geld unterhalten werden. Wir haben diesen Infrastrukturfonds. Leider ist damit auch verbunden, dass wir Nationalstrassen ausbauen. Das ist ganz und gar nicht in unserem Sinn. Viel besser würde man noch mehr in die Schiene investieren und in andere nachhaltige Verkehrswege.
Herr Giezendanner, der jetzt nicht hier ist, erklärt immer, wie innovativ er ist, wenn es darum geht, den Lastwagenverkehr auf die Schiene zu verlagern. Trotzdem möchte er bei jeder Gelegenheit auch wieder Strassen ausbauen. Warten wir doch ab, bis der Gotthard-Durchstich vollzogen und die Neat fertiggebaut ist und die Güter wirklich auf die Schiene verlagert werden können - bis die Infrastruktur auf der Schiene bereitsteht. Dann erübrigt sich nämlich der Strassenausbau, und wir könnten sehr viel Geld sparen.
Ich bitte Sie, diese Motion abzulehnen.