Häberli-Koller Brigitte · Ständerat · 2015-03-02
Häberli-Koller Brigitte · Ständerat · Thurgau · Fraktion CVP-EVP · 2015-03-02
Wortprotokoll
Beinahe sämtliche Diskussionen betreffend Frühfranzösisch werden mit der nationalen Kohäsion in Verbindung gebracht. Der Frage der Qualität und der dafür nötigen Quantität für einen erfolgreichen Spracherwerb wird kaum Beachtung geschenkt. Somit scheinen pädagogische Argumente eher kraftlos, denn es geht vor allem um staatspolitische Beweggründe.
Nicht so im Thurgauer Parlament: Dort wurden pädagogische Argumente für eine letztlich verbesserte Qualität des Spracherwerbs höher gewichtet. Ich habe dazu folgende Fragen: Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass durch die Erhöhung der Anzahl Französischlektionen auf der Sekundarstufe - das heisst zum Beispiel im Kanton Thurgau in der siebten, achten und neunten Klasse der obligatorischen Schulzeit - beim Schulaustritt eine höhere Sprachkompetenz resultiert? Und teilt der Bundesrat die Auffassung, dass dadurch die Verständigung zwischen den Sprachregionen der Schweiz an Qualität gewinnt und nachhaltig verbessert werden kann?
Ich bin überzeugt, dass der Bund nicht in die klare Kompetenz der Kantone gemäss Bundesverfassung eingreifen sollte, solange eine Koordination unter den Kantonen erreichbar bleibt. Sollte der Bundesrat aber tatsächlich eine Intervention planen, wie sähe dabei der konkrete Zeitplan aus? Und welches wäre der früheste Zeitpunkt für die Inkraftsetzung einer solchen Bestimmung?