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Hösli Werner · Ständerat · 2015-06-04

Hösli Werner · Ständerat · Glarus · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2015-06-04

Wortprotokoll

Bei dieser Vorlage wird ja oft davon gesprochen, wie wichtig dieses Kompetenzzentrum auch für die Kantone werden soll, wobei dann relativ bald einmal vor allem die kleinen Kantone erwähnt werden. Selbstverständlich habe ich mich als standhafter Standesvertreter - das ist sogar in unserer Partei nicht immer so einfach - über diese Forderung der Motion mit den zuständigen Stellen unseres Kantons kurzgeschlossen. Seitens des entsprechenden Departementssekretariates wurde ich daraufhin wie folgt - neudeutsch gesagt - gebrieft: "Die Antwort des Bundesrates auf die Motion finden wir vernünftig. Ob im Verhältnis zu anderen gewichtigen und ressourcenintensiven Themen ein nationales Kompetenzzentrum Boden notwendig ist und tatsächlich mit wenig Aufwand und wenig Bürokratie betrieben werden kann, darf infrage gestellt werden."

Es entspricht, meine ich, auch den Tatsachen, dass heute bereits eine grosse Menge an Informationen über die Bodenqualität vorhanden ist und dass diese Informationen auch geordnet sind. Schon vor über vierzig Jahren - ich war damals noch ein kleiner Bergbauernbub - haben sich die Landwirte in unserer Region im Rahmen von Struktur- und Futterverbesserungsprogrammen mittels Bodenproben über die Bodenqualität ihrer bewirtschafteten Flächen sogenannt schlaugemacht, dies immer unter Federführung der kantonalen Betriebsberatung. Seither wurde dies stets weiterverfolgt und verfeinert und hat in allen Bereichen der Raumplanung Einzug gehalten. Als ehemaliger Präsident der kantonalen Richtplankommission weiss ich dies aus eigener Erfahrung. Es ist also nicht so, dass man hier unwissend auf der grünen Wiese stünde. Wenn man schon auf der grünen Wiese steht, weiss man genau, von welcher Qualität der Boden unter den Füssen ist.

Hier nun ein Bundeskompetenzzentrum zu fordern, erachte ich als nicht nötig und, wie zitiert, auch nicht als generell von den Kantonen gewollt. Ich bitte Sie deshalb, dem Antrag der Kommissionsminderheit und dem Antrag des Bundesrates zuzustimmen.