preparatory:AB 186595
Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2015-06-17
Wortprotokoll
Frau Ständerätin Seydoux, ich mache als Erstes auf die schriftliche Antwort aufmerksam, die auch statistisches Material mitgeliefert hat. Dann ist mir eine zweite Bemerkung entscheidend wichtig: Wir können nicht nur den Produzenten Landwirt betrachten, sondern wir müssen die gesamte Wertschöpfungskette betrachten und den Mehrwert über die gesamte Wertschöpfungskette anstreben. Ich mache drittens auf die in der schriftlichen Antwort festgestellten Aussagen aufmerksam, [PAGE 624] die da heissen: "Trotz des geringeren Arbeitskrafteinsatzes ist das landwirtschaftliche Einkommen pro Betrieb zwischen 2000-2002 und 2011-2013 von 56 000 auf rund 59 000 Franken gestiegen. Noch stärker gestiegen ist dank der gesteigerten Effizienz der Betriebe der Arbeitsverdienst pro Familienarbeitskraft, von 49 000 ... auf 54 000 Franken." Jetzt kann man sagen: Was ist das, wie vergleicht sich das in einer Periode mit mehr oder weniger Teuerung? Ist das viel, oder ist das nicht viel, ist das zu bescheiden? Selbstverständlich versuchen wir zu erreichen, dass sich die Einkommen bestmöglich entwickeln.
Ich möchte auf den zweiten Abschnitt der Antwort auf Ihre Frage hinweisen; mit dieser Antwort sind Sie jetzt unzufrieden. Im zweitletzten Abschnitt schreiben wir nämlich: "Das zeigt, dass sich die Margen in den nachgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette gegenüber dem Produzentenpreis nicht systematisch vergrössert haben. Auch konnte eine Studie der HTW Chur im Auftrag des Bundesamtes für Landwirtschaft keine Hinweise darauf geben, dass die Preistransmission asymmetrisch wäre, d. h., dass die nachgelagerte Industrie sowie der Detailhandel Preissenkungen schneller an die Produzenten weitergeben würden als Preiserhöhungen."
Ich führe die Diskussion mit Ihnen gerne weiter. Das, was der Bundesrat geantwortet hat, basiert auf dem, was uns zur Verfügung steht. Noch einmal: Entscheidend wichtig ist, dass wir die gesamte Wertschöpfungskette und nicht nur den produzierenden Landwirt allein ansehen.