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Fetz Anita · Ständerat · 2015-09-14

Fetz Anita · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2015-09-14

Wortprotokoll

Ich unterstütze den Kompromiss der Vorlage, und dazu gehört halt 65/65. Aber ich möchte doch noch etwas zu dem sagen, was ich vorhin gehört habe: Die Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre, die mag für uns, Kollegin Keller-Sutter, die wir gute Ausbildungen haben, ein Klacks sein. Ja, da arbeitet man gerne, es ist spannend und interessant. Aber versetzen Sie sich jetzt einmal in die Lage von Frauen, die in der Krankenpflege oder im Verkauf arbeiten! Das sind körperlich harte Arbeiten, und ich kann verstehen, dass diese Frauen gar nicht begeistert sind, wenn sie noch ein Jahr länger in dieser harten Arbeit sein müssen. Ich unterstütze 65/65 trotzdem, aber ich finde, man darf nicht einfach so darüber hinwegfegen und sagen, dass das kein Problem sei. Es ist ja kein Zufall, dass die Bauarbeiter mit 60 Jahren gehen dürfen. Das, finde ich, sollten wir auch bei den Frauen erreichen, die harte körperliche Arbeit leisten.

Wenn ich 65/65 befürworte, dann bedeutet das, dass ich gleichzeitig dem erleichterten Rentenvorbezug für Personen mit langer Beitragsdauer und tiefem Einkommen auch zustimmen werde; das ist ein Minderheitsantrag, den wir später behandeln werden. Dort ist es eben entscheidend, dass auf diejenigen Frauen Rücksicht genommen wird, die ihr Leben lang gearbeitet haben und kaum auf eine anständige Pension kommen. Auch beim Koordinationsabzug - das ist ein weiteres Feld, das vor allem Frauen betrifft - sollten wir dann, meine ich, den Frauen entgegenkommen.

Unter diesen Bedingungen kann ich dem Frauenrentenalter 65 zustimmen.