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Schenker Silvia · Nationalrat · 2015-09-09

Schenker Silvia · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2015-09-09

Wortprotokoll

Wir kehren jetzt wieder zurück zu Artikel 17, zum Thema der unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden. Zum Botschaftsasyl werde ich mich als Fraktionssprecherin später äussern. Ich begründe jetzt den Antrag meiner Minderheit IV zu Artikel 17 Absatz 3 Buchstabe a.

Lassen Sie mich zuerst meine Interessenbindung offenlegen: Ich arbeite bei einer Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde. Somit beschäftige ich mich in meiner beruflichen Tätigkeit mit der Problematik der unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden. Für mich ist es klar, dass die unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden während des Asylverfahrens, aber auch nachher eine besondere Begleitung brauchen. Ich möchte in keiner Weise die Kompetenz der [PAGE 1399] Rechtsvertretungen in den Bundeszentren infrage stellen, glaube aber, dass es besondere Fähigkeiten und Kenntnisse braucht, um die jungen Asylsuchenden zu begleiten und zu unterstützen.

Mein Vorschlag sollte eine Art Kompromissvorschlag sein zwischen dem Antrag der Minderheit III (Glättli), den Herr Glättli vorhin begründet hat, und der Regelung, wie sie in der Vorlage vorgesehen ist. Meine Minderheit schlägt vor, dass die unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden neben der Rechtsvertretung jemanden zugewiesen erhalten, der sie in den anderen Belangen, die für die Jungen wichtig sind, begleitet und unterstützt. Vergessen wir nicht: Die unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden sind Kinder, das sind Jugendliche, die lange und gefährliche Reisen ohne erwachsene Begleitpersonen hinter sich gebracht haben. Ich glaube, es ist für uns alle unvorstellbar, was diese jungen Menschen hinter sich haben. Sie unternehmen nicht nur eine gefährliche, strapaziöse Reise, sondern viele von ihnen haben entweder ihre Familie im Herkunftsland zurücklassen müssen, oder sie haben die Familie unterwegs verloren. Das sind harte Schicksale, die die Jungen nachhaltig prägen. Wenn sie endlich in der Schweiz angekommen sind und zur Ruhe kommen können, brauchen sie eine Vertrauensperson, die versucht, die Familie oder die Eltern ein Stück weit zu ersetzen.

Bitte denken Sie bei der Abstimmung zu diesem Artikel an die jungen Menschen, um die es hier geht. Stimmen Sie dem Antrag meiner Minderheit IV und auch dem Antrag der Minderheit III (Glättli) zu.