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Amstutz Adrian · Nationalrat · 2015-09-09

Amstutz Adrian · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2015-09-09

Wortprotokoll

Ja, das ist mir bewusst, Herr Kollege. Ich kann Ihnen auch sagen, dass es vielen der Menschen, die zu uns kommen, auch bewusst ist, was in Deutschland oder in der Schweiz geboten wird. Ansonsten würde der Flüchtlingsstrom, der über die Türkei kommt, über Bulgarien, Rumänien, Ungarn - alles sichere Länder - vorher anhalten, weil die Leute nämlich Sicherheit suchen. Aber die Leute suchen mehr als Sicherheit. Sie suchen ein Land, in dem es ihnen auch im Leben bessergeht, was verständlich ist. Doch das werden diese Staaten nicht alles allein stemmen können.

Es ist zudem auch ungerecht gegenüber all den Millionen Menschen, die nicht Geld haben, um hierherkommen zu können - es hat ja jemand den Prozentanteil der Menschen genannt, die hierherkommen. Gegenüber diesen Menschen ist es mehr als ungerecht, dass wir hier derart viele Mittel in einer Asylmaschinerie regelrecht - ich kann es nicht anders sagen - verbraten, indem neu auch Gratisanwälte, Dolmetscher, Beamte auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene, Übersetzer, Integrationsbeauftragte usw. eingesetzt werden sollen. Dies in einem Land, in dem man einem Schweizer Bürger die Wohnung kündigt, damit Asylbewerber einziehen können; dies in einem Land, in dem wir jetzt Zelte aufstellen! Da muss ja niemand sagen, da herrsche nicht Asylchaos. Erzählen Sie das einmal den Leuten! Das ist nicht einfach Wahlkampf. Das sind Sorgen, welche die Leute beschäftigen; sie bringen diese Sorgen in diesem Land zum Ausdruck. Sie haben das Recht, dass man dieses Thema ernst nimmt, es anspricht und dass man sie vor einer Überflutung schützt.