Leuthard Doris · Bundesrat · 2015-09-14
Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2015-09-14
Wortprotokoll
Ich bitte Sie, dieses Postulat abzulehnen. Ich tue dies nicht, weil es mir nicht klar ist, dass Berufsfischer heute eine schwierige Situation haben, aber wir haben dank des Hydrologischen Jahrbuchs, das jährlich erscheint, sehr genaue Informationen über den Zustand unserer Gewässer. Dazu gehören Informationen über den Abfluss, den Wasserstand, die Wasserqualität jedes Gewässers. Zusammen mit den Kantonen verfügen wir da also über gute Informationen. Weiter führen wir die Eidgenössische Fischereistatistik, der Sie jedes Jahr die Entwicklung der Fangerträge entnehmen können.
Wir wissen, dass ein Grund für die kleineren Erträge die Sauberkeit der Gewässer ist. Diese führt zu kleineren Fischen, das ist seit Jahren bekannt. Wir haben da quasi einen natürlichen Zustand erreicht, weil sehr viele Düngemittel, die noch vor zwanzig Jahren verwendet wurden, nicht mehr in den Seen sind, weil die Fische deshalb weniger Nahrung finden und entsprechend weniger wachsen. Das ist eigentlich etwas Natürliches, für das man gekämpft hat und das man nicht rückgängig machen sollte.
Schlussendlich geht das Postulat auch die Bildungsseite an, die Ausbildung der Berufsfischer. Dazu muss ich sagen, dass es gemäss Berufsbildungsgesetz Aufgabe der Organisationen der Arbeitswelt ist, Lerninhalte und Qualifikationsverfahren zu definieren. Auch das ist nicht Sache des Bundes und könnte mit einem Bericht für diesen Sektor auch nicht eruiert werden. Deshalb meinen wir, es lägen genügend Informationen vor, wenn man hier handeln wollte. Auch ist dem Bundesrat nicht klar, was der Mehrwert eines solchen Berichtes sein sollte.
Erlauben Sie mir zum Schluss noch folgenden Hinweis: Sie geben uns zu Recht vor, sparsam mit personellen Ressourcen umzugehen, auch im Hinblick auf Berichte. Wir sind für so wenig Bürokratie wie möglich und lehnen die Erstellung eines solchen Berichtes deshalb ab.