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Fässler Daniel · Nationalrat · 2015-09-16

Fässler Daniel · Nationalrat · Appenzell I.-Rh. · Fraktion CVP-EVP · 2015-09-16

Wortprotokoll

Ich habe es bereits beim Eintreten ausgeführt: Der Wald hat für unser Land eine riesige Bedeutung. Leider sinkt aber die volkswirtschaftliche Bedeutung kontinuierlich und ist schon so weit gesunken, dass die meisten Wälder heute nur noch dank Idealismus oder dank öffentlicher Gelder genutzt werden. Die Leidtragenden dieser Situation sind nachgelagerte Betriebe der Holzwirtschaft, die darauf ausgerichtet sind, das geschlagene Schweizer Holz zu verarbeiten. Der Konkurrenzdruck aus dem Ausland hat in den letzten Jahren ständig zugenommen. Weil das Rundholz im Ausland günstiger eingekauft werden kann, die Produktionskosten niedriger sind und weniger Umweltvorschriften bestehen oder durchgesetzt werden, lag der Importanteil beim Bau und bei anderen stofflichen Nutzungen von Holz schon im Jahr 2011 bei 63 Prozent. Mit dem Kurssturz des Euro im Januar dieses Jahres ist die Importquote noch weiter gestiegen. Der Umsatz der Schweizer Holzindustrie ist entsprechend weiter gesunken. Vor allem das im Voralpengebiet und im Alpenraum geschlagene Schweizer Holz wird immer weniger für hochwertige Zwecke genutzt. Das Bauen mit Holz ist zwar im Trend. Nur - das wissen leider nur wenige - wird in den meisten Fällen ausländisches Holz verbaut. Damit geht der Schweiz ein Teil der möglichen Wertschöpfung verloren. Das ist tragisch, weil das Holz der wohl bedeutendste erneuerbare Rohstoff der Schweiz ist und weil im ländlichen Raum die Arbeitsplätze in der Forstwirtschaft und bei der Erstverarbeitung des Rundholzes traditionell wichtig sind.

Die Holzbranche gehört nicht zu jenen Branchen, die laut und ständig reklamieren und nach staatlicher Unterstützung rufen. Die Schweizer Forst- und Holzwirtschaft ist aber darauf angewiesen, dass der Absatz und die Verwertung von Schweizer Holz stärker gefördert werden.

Wenn Kollege Schilliger moniert, dass in der Schweiz zu wenig Bretterholz angeboten wird, dann beweist er damit, dass er den Schweizer Holzmarkt nicht kennt. Es ist eben so, dass sich das Herstellen von Bretterholz in der Schweiz nicht mehr lohnt, da erstens die gleiche Qualität Holz zu günstigeren Preisen importiert wird und da zweitens die Verwertung von Bretterholz zu Brettschichtholz aus Gründen des Umweltschutzes und auch aus Gründen der Konkurrenzfähigkeit bei den Löhnen nicht oder kaum vorgenommen werden kann.

Der Antrag der Kommissionsmehrheit zu Artikel 34a verdient daher uneingeschränkte Unterstützung. Es ist notwendig, dass sich der Bund neu konkret für Absatzförderungsmassnahmen zugunsten von Schweizer Holz einsetzt.