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Fässler Daniel · Nationalrat · 2015-09-16

Fässler Daniel · Nationalrat · Appenzell I.-Rh. · Fraktion CVP-EVP · 2015-09-16

Wortprotokoll

Eintreten auf die Vorlage zur Revision des Bundesgesetzes über den Wald vom 4. Oktober 1991 ist unbestritten. Ich möchte Ihnen trotzdem kurz darlegen, weshalb das Waldgesetz aus Sicht der CVP/EVP-Fraktion einer Revision zu unterziehen ist.

Der Wald bedeckt rund einen Drittel der Fläche unseres Landes. Seine Leistungen für die Allgemeinheit sind riesig. Der Wald prägt die Landschaft und liefert mit dem Rohstoff Holz die vielleicht bedeutendste erneuerbare Ressource der Schweiz. Der Wald speichert Grundwasser für unsere Trinkwasserversorgung und reduziert damit gleichzeitig den Wasserabfluss. Der Wald schützt vor Naturgefahren und entzieht der Atmosphäre in grossem Ausmass CO2. Der Wald bzw. das darin wachsende Holz beeinflusst unsere Kultur und erhöht unsere Lebensqualität.

So weit, so gut, beim Wald steht trotzdem nicht alles zum Besten. Der Wald steht unter Druck, nicht mehr nur durch Schadstoffe, sondern zunehmend auch durch eingeführte Schadorganismen. Darauf gilt es zu reagieren. Die CVP/EVP-Fraktion unterstützt daher die Absicht des Bundesrates, sich dieser neuen Bedrohungen stärker anzunehmen.

Am meisten unter Druck steht aber die Nutzung des Waldes. Die Schweizer Forstbetriebe schreiben seit über zwanzig Jahren Verluste; die Erträge, inklusive Beiträgen von Dritten, vermögen die Ausgaben schon lange nicht mehr zu decken. Nicht viel besser sieht es bei der Holzwirtschaft aus, schon gar nicht bei jenen Betrieben, die Schweizer Holz verarbeiten. Der Konkurrenzdruck aus dem Ausland hat in den letzten Jahren ständig zugenommen. Weil das Rundholz im Ausland günstiger eingekauft werden kann, die Produktionskosten niedriger sind und weniger Umweltvorschriften bestehen oder durchgesetzt werden, geht der Schweiz ein wesentlicher Teil der möglichen Wertschöpfung verloren. Nur beim Energieholz, mit dem wenig Wertschöpfung generiert wird, ist der überwiegende Teil des verbrauchten Holzes einheimisch. Dass aber beim Bau und anderen stofflichen Nutzungen von Holz der Importanteil im Jahr 2011 bei 63 Prozent lag, muss uns zu denken geben. Tragisch dabei ist, dass in Form von Fertig- oder Halbfertigprodukten oft die gleiche Holzqualität eingeführt wird, die bei uns aus [PAGE 1580] wirtschaftlichen Gründen nicht mehr genutzt wird. Verlierer dieser Entwicklung sind vor allem ländliche Gebiete, in denen die Wald- und Holzwirtschaft eine überdurchschnittliche Bedeutung hat. Dass der Holzvorrat im Alpenraum zwischen 1993 und 2013 pro Hektare um 14 Prozent gestiegen ist, unterstreicht diese Feststellung.

Das Erstarken des Frankens - Kommissionssprecher Vogler hat dies bereits ausgeführt - hat die schon zuvor angespannte Situation noch schwieriger gemacht. Bereits die Kursveränderung in den Jahren 2008 bis 2011 hat die Schweizer Holzwirtschaft sehr stark getroffen. Mit der Veränderung des Eurokurses seit Januar dieses Jahres ist die Situation für jene Betriebe, die ausschliesslich Schweizer Rundholz verarbeiten, in vielen Fällen effektiv aussichtslos geworden. Eine Revision des Waldgesetzes im Bereich der Förderung des Absatzes und der Verwertung von Schweizer Holz ist daher dringend, kommt aber - das muss gesagt werden - vielleicht zu spät und ist vermutlich auch noch nicht genügend. Die von der Kommission beantragten Massnahmen sind ein erster Schritt, weitere Massnahmen gilt es zu prüfen.

Der Bund stellt heute 135 Millionen Franken für Waldleistungen zur Verfügung. Diese staatliche Förderung betrifft zu drei Vierteln den Schutz vor Naturgefahren und kommt daher kaum der Wald- und Holzwirtschaft zugute. Soll das Ziel erreicht werden, die Nutzung von Schweizer Holz zu stärken, muss sich der Bund stärker für den Absatz und die Verwertung von Schweizer Holz einsetzen. Die entsprechenden Anträge des Bundesrates bzw. der Kommissionsmehrheit werden daher von der CVP/EVP-Fraktion unterstützt.