Bertschy Kathrin · Nationalrat · 2015-12-07
Bertschy Kathrin · Nationalrat · Bern · Grünliberale Fraktion · 2015-12-07
Wortprotokoll
Sie wissen genau, Kollege Hausammann, dass wir jedes Jahr in der Finanzkommission und jedes Jahr hier im Rat Anträge haben, die zur Aufstockung des Landwirtschaftsbudgets führen. Das ist so. Wenn wir den Vergleich zur Botschaft machen, dann stellen wir fest, dass wir das in den letzten Jahren jeweils auch so beschlossen haben. Wenn Sie nun von Opfersymmetrie sprechen: Wir wissen alle, dass man in verschiedenen Bereichen eingespart hat; das ist auch notwendig. Ich habe Ihnen erklärt, wieso das auch bei der Landwirtschaft drinliegt.
Das eine sind die Relationen, und das andere ist einfach auch die Ausgangslage. Wir müssen auch sehen, wo wir bei der Landwirtschaft starten. Das ist eine Branche, in der wir heute noch 55 000 Betriebe haben, es ist eine Branche, in welcher der Strukturwandel in den letzten Jahren sehr abgebremst verlaufen ist, und es ist eine Branche, die starke Unterstützung von den Steuerzahlern erhält: 2,7 Milliarden Franken Direktzahlungen pro Jahr. Insgesamt ist das Landwirtschaftsbudget noch höher, nämlich 3,5 Milliarden Franken. Dann haben wir auch noch die Grenzstützung, die noch einmal so hoch ist. Das alles führt dazu, dass die Steuerzahler und die Konsumenten eigentlich ein enormes Niveau für die Landwirtschaft mittragen. Wenn Sie das ausrechnen, sind es pro Kopf der Bevölkerung etwa 800 bis 1000 Franken. Das ist die Solidarität der Bevölkerung mit den Landwirten! Ich finde, das ist eine grosszügige Unterstützung durch die Steuerzahler und Konsumenten. Das sollte man auch einmal sehen. Die Relationen sind einfach auch zu berücksichtigen, wenn wir hier über Opfersymmetrie sprechen.