Widmer-Schlumpf Eveline · Bundesrat · 2015-12-08
Widmer-Schlumpf Eveline · Bundesrat · Graubünden · 2015-12-08
Wortprotokoll
Ich bitte Sie wirklich, diesen Betrag nicht einfach um die Hälfte zu kürzen! Ich sage Ihnen das nicht, weil es zu spät wäre oder weil die Projekte aufgegleist wären - dieser Betrag ist ja nicht ein Beitrag an das Gleichstellungsbüro in dem Sinne, sondern es geht hier um zwei Teile. Ein Teil ist der Subventionsbereich, wo Dienstleistungen der Gleichstellungsberatung unterstützt werden, wo solche angeboten werden. Der andere Teil ist der Bereich der Projekte, wo man bei Projekten mitmacht oder solche unterstützt, die darauf hinzielen, die Fachkräfte-Initiative in dem Sinn umzusetzen, dass man die Frauen und Männer, die vielleicht nicht mehr im Beruf sind, wirklich wieder zurück in den Beruf bringt. Wir bilden sehr viele gute Leute aus, können aber leider nicht alle guten Leute auch beschäftigen, weil wir die notwendigen Infrastrukturen in der Schweiz schlicht und einfach noch nicht überall haben. Ich weiss, in Ihrer Einrichtung, Herr Hösli, und auch in anderen Einrichtungen ist man sehr weit und versucht auch, mit Arbeitsplatzgestaltung und Arbeitszeitmenüs tatsächlich dazu beizutragen, dass eine Verbindung von Familie, Beruf und allenfalls auch Politik möglich ist. Wir haben das aber noch nicht flächendeckend, wir haben es noch nicht überall. Wenn Sie ernsthaft wollen, dass in allen Bereichen alle gut ausgebildeten Frauen und Männer im Beruf stehen - vielleicht auch in Teilzeit -, dann brauchen wir einfach die notwendigen Infrastrukturen. Es ist wichtig, dass wir diese Projektarbeiten jetzt weiterführen. Sie werden evaluiert, das ist in Ihrem Sinn, und ich denke, das ist auch wichtig.
Man muss sich irgendwann auch Gedanken darüber machen, ob es richtig ist, weiter mit Beratungsdiensten zu arbeiten oder ob man nicht viel eher - was ich befürworten würde, aber ich habe da nächstes Jahr nichts mehr zu sagen - die Projekte weiterziehen und schauen soll, wie man die Abläufe ganz konkret so gestalten kann, dass eine gute Verbindung von Familie und Beruf möglich ist, sodass vor allem auch die jungen Frauen animiert werden, wieder einzusteigen und dann auch berufstätig zu bleiben. Das sind Projekte, die aufgegleist sind. Ich sage nicht, dass man sie nicht abbrechen kann, aber sie sind aufgegleist.
Wenn Sie den Betrag anschauen, sehen Sie: Es sind nicht wahnsinnige Beträge, aber es sind Beträge, die zielführend sind und die ganz konkret im Handwerk aufzeigen, wie man es machen soll. Darum bitte ich Sie, diese nicht zu kürzen. Das EDI ist daran, mit der Gleichstellungsstelle zu überprüfen, wie der Mix Beratung Projektarbeit künftig sein soll, da werden Sie dann die Möglichkeit haben, darüber zu diskutieren.