Maurer Ueli · Bundesrat · 2015-12-15
Maurer Ueli · Bundesrat · Zürich · 2015-12-15
Wortprotokoll
Herr Gschwind spricht etwas an, das uns im Alltag tatsächlich manchmal Sorge bereitet. Es bereitet uns insbesondere Sorge im Zusammenhang mit dem Konkurrenzangebot, wenn Sie so wollen, des Zivildienstes: Der Zivildienst ist in der Regel am Freitagabend fertig und beginnt am Montagmorgen.
Wir entlassen unsere Leute, Herr Gschwind hat das ausgeführt, am Samstagmorgen um 8 Uhr. Damit haben wir die Möglichkeit, den ganzen Freitag für die Ausbildung zu nutzen. Wenn wir sie bereits am Freitag um 18 Uhr entlassen, dann ist auch nicht sichergestellt, dass jeder aus dem Jura noch im Tessin ankommt. Es würde dann die Forderung nach Dienstschluss um 17 Uhr folgen, und dann würden wir die Arbeit am Freitag um den Mittag herum beenden, damit man noch die Gewehrreinigung und alles Weitere erledigen könnte. Wir würden also praktisch einen halben Tag verlieren.
Unsere Leute rücken am Sonntagabend ein, in der Regel etwa um 23 Uhr. Ich weiss, sie müssen dann ihr Zuhause bereits gegen Abend verlassen. Wenn wir auch hier das Wochenende freigeben, können wir am Montag etwa um Mittag beginnen, wenn dann wieder alle gekommen sind. Das heisst, wir verlieren noch einmal einen halben Tag. Bei 18 Wochen macht das insgesamt 18 Arbeitstage. Das würde praktisch bedeuten, dass wir die Rekrutenschule um drei Wochen verlängern müssten. Ich denke, das ist dann wieder nicht kompatibel mit der Wirtschaft.
Wenn wir also die militärische Ausbildung garantieren wollen, dann sind diese Stunden, die auf den ersten Blick Randstunden sind, eben mehr. Sie bilden zusammen einen ganzen Ausbildungstag; das wäre zu berücksichtigen, wenn wir das Wochenende anders gestalten würden. Wir haben das Problem - ich habe es gesagt -, dass dann viele sagen: "Ich wähle den Zivildienst, dann bin ich am Freitagabend zu Hause und kann am Sonntag auch noch einmal zu Hause schlafen." Aber diese Haltung war ja nicht die Absicht. Aber dann müssten wir eher dort ansetzen und korrigieren statt beim Militär.
Ich denke, der Vorstoss ist gut gemeint, aber er schmälert eben doch die Ausbildung, und die Rekrutenschule müsste um drei Wochen verlängert werden, um diese Stunden wieder einzubringen. Das geht nicht, wie Sie wissen, wenn Sie dann an die Übergänge denken: Lehrabschluss, Universitätsaufnahme usw. Da haben wir ja jetzt extra gekürzt, damit wir diese Anschlüsse in etwa gewährleisten.
Ich denke also, der Vorstoss ist gut gemeint, aber er schafft mehr Probleme, als er lösen würde. Ich bitte Sie daher, den Vorstoss abzulehnen. Wenn wir Gleichheiten schaffen wollen, dann müssten wir eher bei anderen Gefässen Korrekturen anbringen.