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Hausammann Markus · Nationalrat · 2016-02-29

Hausammann Markus · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2016-02-29

Wortprotokoll

Der Bundesrat wird mit meiner Motion beauftragt, Massnahmen zu treffen mit dem Ziel, die Lebensmittelverluste oder eben Food Waste in der Schweiz bis 2020 um mindestens 30 Prozent zu reduzieren. Es sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, welche alle Stufen der Lebensmittelkette umfassen.

Die Schweizer Bauernfamilien setzen sich täglich für die Produktion von qualitativ hochstehenden Nahrungsmitteln ein. Die Tatsache, dass rund ein Drittel der Lebensmittel nicht konsumiert wird, ist nicht im Sinne von uns Produzenten. Etwa die Hälfte der Nahrungsmittelabfälle fällt in der Schweiz am Ende der Wertschöpfungskette an. Diese Abfälle sind hauptsächlich auf den verschwenderischen Umgang mit Lebensmitteln zurückzuführen. Food Waste ist also in erster Linie eine Nebenerscheinung des tiefen Stellenwertes der Lebensmittel in den Industriestaaten. Die Ausgaben für Lebensmittel betragen in der Schweiz weit unter 10 Prozent des Haushaltsbudgets. Weltweit wird fast nirgends so wenig für die Ernährung ausgegeben. Die Konsumenten sind also gefordert, trotz der tiefen Preise sorgsam mit Lebensmitteln umzugehen. Darum gilt es vor allem, die Wertschätzung von Nahrungsmitteln zu fördern und zu kommunizieren. Dabei ist insbesondere die Sensibilisierung und Bildung im Schulalter gefragt - ganz im Sinne von "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr".

Es gilt aber auch, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren der Wertschöpfungskette sowie die Kommunikation an deren Schnittstellen zu fördern, um erstens Qualitätsnormen zu überprüfen und sinnvoll festzulegen, zweitens Aktionen saisongerecht und witterungsabhängig zu planen und durchzuführen und drittens Sammelverpackungen und Rabatte so einzusetzen, dass sie nicht zu unnötigen Mehrkäufen verleiten. [PAGE 24]

Die Reduktion der Nahrungsmittelabfälle ist nur ein Teil des Ziels. Der andere Teil ist es, für die anfallenden Abfälle eine sinnvolle Verwertung zu finden. In den letzten vier Jahren gab es sieben Vorstösse zu Nahrungsmittelabfällen. Davon sind fünf als erledigt eingestuft. Herausgeschaut haben dabei lediglich ein 21-seitiger Bericht in Erfüllung des Postulates Chevalley 12.3907, zwei wenig verbindliche Artikel in der Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen und eine 42-seitige Bilanz des Stakeholder-Dialogs von 2013/14, die einen vierseitigen Leitfaden für die Datierung von Lebensmitteln und einen achtseitigen Leitfaden für Lebensmittelspenden enthielt.

Nachdem bis jetzt viel Papier produziert wurde, nimmt meine Motion den Bundesrat nun in die Pflicht, konkrete Schritte einzuleiten. Vielleicht könnte dabei ja das Paretoprinzip zur Anwendung kommen, wonach 80 Prozent des Ergebnisses mit 20 Prozent des Gesamtaufwandes erreicht werden. Was den Rest angeht, würde ich dann ein Auge zudrücken.

Ich danke Ihnen für die Unterstützung meiner Motion.