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Schmid-Federer Barbara · Nationalrat · 2016-02-29

Schmid-Federer Barbara · Nationalrat · Zürich · CVP-Fraktion · 2016-02-29

Wortprotokoll

Wir alle wissen, dass das Gesundheitswesen der Schweiz vor grossen personellen Herausforderungen steht. Gemäss einem Bericht des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) müssen bis ins Jahr 2030 rund 120 000 bis 190 000 Personen neu rekrutiert werden. Ich anerkenne, dass seit dem Einreichen meiner Motion, also seit 2014, vonseiten des Bundes einiges getan wurde, insbesondere möchte ich den Masterplan Bildung Pflegeberufe hervorheben. Allerdings ist ebenfalls klar, dass wir uns hier noch mehr anstrengen und noch schneller handeln müssen. Vor allem ist aber darauf zu achten, dass die Ausbildungskette lückenlos geschlossen wird. Dazu gehört in naher Zukunft auch - das entspricht Ziffer 1 meiner Motion -, die Forderung nach genügend Praktikumsplätzen und nach einem bedarfsgerechten Bildungsangebot zu erfüllen.

Das schulische Angebot ist dank der Fachkräfte-Initiative stark gestiegen. Mit dem Gesundheitsberufegesetz soll die Qualität der Gesundheitsversorgung weiter gesteigert werden. Es ist vieles unterwegs seit der Einreichung meines Vorstosses. Das anerkennen wir, und ich will gerne dem Bundesrat an dieser Stelle ein Kränzchen winden. Er hat Gas gegeben.

Aber wie immer, wenn Lücken geschlossen werden, werden andere sichtbar. So verlagern sich zum Beispiel mit der Verschiebung der Behandlungen vom stationären in den ambulanten Bereich, was wir ja so wollen, auch die Tätigkeitsfelder, auf denen praktische Erfahrungen gesammelt werden. Die geltenden rechtlichen Bestimmungen verunmöglichen es aber, dass private Praxen und andere ambulante Leistungserbringer Praktikumsstellen anbieten. Das gilt vor allem für Fachhochschul-Studiengänge. Für diese nimmt das Potenzial an Praktikumsplätzen im stationären Bereich ab. Die Ausbildungskette, basierend auf schulischer Bildung und praktischer Erfahrung, ist noch nicht ganz geschlossen. Solange das nicht geschehen ist, besteht auch eine Lücke bei der Nachholbildung und der Höherqualifizierung für Erwachsene.

Wie gesagt, ich anerkenne die Anstrengungen von Bund und Kantonen der letzten Jahre zur Verminderung des Fachkräftemangels. Die in den letzten zwei Jahren unternommenen Anstrengungen lassen es angezeigt erscheinen, dass ich meinen Vorstoss heute zurückziehe.