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Maurer Ueli · Bundesrat · 2016-03-08

Maurer Ueli · Bundesrat · Zürich · 2016-03-08

Wortprotokoll

APS 2020, die nächste Generation der Arbeitsplatzsysteme, wurde notwendig - Sie wissen ja aus Ihrem privaten Bereich, wie rasch sich diese Technologie erneuert - , weil der Herstellersupport für das aktuelle System Windows 7 am 15. Januar 2020 endet. Das dauert zwar noch einige Zeit, aber es ist richtig, dass wir jetzt an die Aufgabe herangehen, damit wir diese Ablösung ordnungsgemäss und ohne Risiken durchführen können.

Mit der Erneuerung der Betriebssoftware kann das Leistungsangebot der heutigen Systeme besser genutzt und die Performance gesteigert werden. Zudem können wir den zunehmenden Mobilitätsanforderungen durch den Einsatz von Tablet-PC mit ähnlicher Funktionalität wie bei Desktop- oder Notebook-Arbeitsplätzen gerecht werden. Durch den Einsatz neuer Technologien zur Entflechtung der Abhängigkeiten zwischen Fachanwendung und IKT-Infrastruktur sowie durch die Harmonisierung der Produktionsplattformen wird die Flexibilität bei künftigen Weiterentwicklungen gesteigert, und es können in Zukunft Kosten gesenkt werden. In Zukunft, so denken wir, braucht es weniger solche Migrationsgrossprojekte. Damit werden die Folgekosten von Betriebssystemanpassungen auf ein Minimum reduziert.

Das Programm APS 2020 betrifft die gesamte Bundesverwaltung und bezieht sich auf die Migration von über 40 000 Arbeitsplatzsystemen sowie über 1000 Schnittstellen zu den Fachanwendungen. Die Kosten des Programms belaufen sich auf 89 Millionen Franken und werden aus den im Voranschlag 2016 eingestellten Mitteln sowie den im Finanzplan 2017-2019 vorgesehenen Mitteln finanziert. Nach Abzug der Eigenleistungen - das sind 19 Millionen Franken, die wir erbringen - wird dem Nationalrat mit dieser Vorlage ein Verpflichtungskredit von 70 Millionen Franken beantragt.

Das Programm wurde durch den Bundesrat als IKT-Schlüsselprojekt festgelegt. Damit wird das Programm regelmässig von der Eidgenössischen Finanzkontrolle geprüft und von ihr auch begleitet. Das Gleiche gilt dann auch für die Finanzkommissionen, die sich diesen Projekten widmen.

Eine Analyse der Wahl des künftigen Betriebssystems hat aufgezeigt, dass für die nächste Generation nur ein Verbleib beim Betriebssystem Windows und die Einführung von Windows 10 fachlich und wirtschaftlich vertretbar sind. Bundesweit bestehen weit mehr als 1000 Fachanwendungen mit einer engen Verbindung zu Windows und Office. Die Migration auf Open Source oder ein anderes Betriebssystem, z. B. das von Apple, Mac OS oder so, wäre aufwendig und risikoreich und um ein Mehrfaches teurer als eine Migration von Windows 7 auf Windows 10.

Die Durchführung des Programms liegt in der Verantwortung des Informatiksteuerungsorgans des Bundes. Das Programm selbst wird in drei Etappen umgesetzt.

Die erste Etappe mit einem Volumen von 5 Millionen Franken beinhaltet die Konzeption der neuen Generation der Arbeitsplatzsysteme und deren Produktionsplattformen. Nach Fertigstellung des Konzepts für die Arbeitsplatzsysteme werden die Finanzmittel im Volumen von 49 Millionen Franken für die zweite Etappe, für die Migration der Arbeitsplatzsysteme, vom Bundesrat freigegeben. Nach Fertigstellung einer zusätzlichen Wirtschaftlichkeitsberechnung werden vom Bundesrat die Finanzmittel für die dritte Etappe - da geht es um die Harmonisierung der Produktionsplattformen - mit einem Volumen von 16 Millionen Franken ebenfalls freigegeben.

Das Projekt ist aus unserer Sicht ausgegoren, es ist sorgfältig vorbereitet, und es wird von den betreffenden Fachkommissionen und von der Eidgenössischen Finanzkontrolle begleitet. Ich denke, wir gehen rechtzeitig daran, die jetzigen Systeme abzulösen, und ich bitte Sie entsprechend, auf diese Vorlage einzutreten und ihr zuzustimmen.