Lexipedia

Ettlin Erich · Ständerat · 2016-03-09

Ettlin Erich · Ständerat · Obwalden · CVP-Fraktion · 2016-03-09

Wortprotokoll

Auch hier meine ich es gut, es ist ein Kompromissvorschlag. Die Erschliessung der Wälder als minimale Infrastruktur ist eine elementare Voraussetzung für eine moderne und effiziente Nutzung und Pflege der Wälder; ich glaube, das wurde schon mehrfach betont. Wir müssen feststellen: Diese Infrastruktur ist zunehmend veraltet und sanierungsbedürftig. Der Sanierungsstau wurde von Kollege Bischofberger erwähnt.

Die Kantone und die Waldeigentümer können diese Infrastrukturkosten nicht alleine tragen. Das ist auch ein Grund, warum die Holznutzung stagniert. Dass vor unseren Türen nachwachsendes Holz nur zu etwa 70 Prozent genutzt wird, weil der Zugang nicht wirtschaftlich ist, ist unsinnig. Volkswirtschaftlich vergeben wir damit ein grosses Potenzial, und auch da wieder - das betrifft meine Herzensangelegenheit - gerade in den Randregionen.

Die Holzernte ist auch aus Sicht der Klimapolitik ein Gebot der Stunde. Für die nationale Klimapolitik lässt sich der Bund die positive CO2-Bilanz des Waldes international anrechnen und spart damit jährlich mehrere Millionen Franken, indem weniger Immissionszertifikate gekauft werden müssen. Nur wenn das CO2 zuerst im Wald gebunden und dann im verbauten Holz eingelagert wird, ist das Optimum erreicht.

Gegen die Wiederaufnahme der Bundesförderung von Erschliessungen ausserhalb des Schutzwaldes wurden ja vor allem finanzpolitische Argumente ins Feld geführt; wir haben die Ausführungen gehört. Aber mit einer besseren Walderschliessung ist es möglich, die Waldpflege und -nutzung günstiger auszuführen, ebenso die Prävention und die Bewältigung von Waldschäden ausserhalb des Schutzwaldes. Aber auch nötige Lichtungen im Wald für die Artenvielfalt von Fauna und Flora können effizienter abgewickelt werden.

Diese Arbeiten und die damit verbundenen Waldleistungen werden mit weniger Bundesmitteln erbracht werden können. Wenn wir also künftig Erschliessungen auch ausserhalb des Schutzwaldes fördern, wird die finanzielle Lastenverteilung für den Bund keinesfalls aus dem Lot gebracht.

Es gibt, wie Sie wissen, auch Argumente vonseiten des Natur- und Landschaftsschutzes gegen diese Bundesförderung. Der Antrag berücksichtigt diese, indem er klare Grenzen setzt. Es sollen nicht mehr im grossen Umfang neue Strassen erstellt werden, sondern es geht darum, die Erschliessungen an zeitgemässe Holzerntetechniken anzupassen. Studien haben gezeigt, dass es dafür nicht mehr, sondern in der Summe weniger Strassen braucht. Wenn neue zeitgemässe Waldstrassen gebaut werden, können meist alte, untaugliche Wege ausgelassen werden. Dafür braucht es Gesamtkonzepte, wie sie der Antrag fordert, im Rahmen derer auch darauf zu achten ist, dass Übererschliessungen vermieden werden.

Abschliessend sei erwähnt, dass die Förderung der Erschliessung ausserhalb des Schutzwaldes über eine Finanzhilfe erfolgen soll und somit für die Kantone nicht verpflichtend ist. Dagegen bleibt es bei der Erschliessung im Schutzwald weiterhin bei einer Abgeltung. Somit sind allfällige Bedenken bezüglich eines Geldflusses aus dem Schutzwald in den Nichtschutzwald oder Ängste wegen zusätzlicher Verpflichtungen der Kantone unbegründet.