Herzog Verena · Nationalrat · 2016-03-09
Herzog Verena · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2016-03-09
Wortprotokoll
Vieles, was für Ernährungssicherheit spricht, wurde schon gesagt. Einen Punkt möchte ich aber nochmals erwähnen: Ein wichtiges Ziel, das die Initiative verfolgt, ist es, den administrativen Aufwand der Landwirtschaft auf das wirklich Notwendige zu beschränken. Die jetzigen Regulierungen und Kontrollen sind völlig übertrieben. Amtsschimmel und zunehmende Administration erschweren das Unternehmertum in der Schweiz mehr und mehr auf unnötige Art und Weise, ohne dass daraus ein effektiver Nutzen entsteht. Und dann wundern wir uns, warum wir mit der ausländischen Konkurrenz nicht mehr mithalten können.
Landwirte sind Familienunternehmer, die uns Produkte und Dienstleistungen zur Verfügung stellen. Dafür zahlen wir als Konsumenten und Steuerzahler. Ich bin in beiden Funktionen bereit, dafür zu zahlen, dafür erwarte ich aber in erster Linie, dass die Landwirtschaft unser Essen produziert, Lebensmittel, die ich bedenkenlos geniessen kann, weil ich weiss, dass sie nachhaltig produziert sind, sodass die natürlichen Ressourcen auch unseren Kindern und ihren Kindern noch zur Verfügung stehen. Ich weiss, dass ich auch die tierischen Produkte ohne schlechtes Gewissen geniessen kann. Da sollten ja eigentlich alle dafür sein.
Was wünsche ich mir in Zukunft? Ich wünsche mir eine auf den Markt ausgerichtete, produzierende, vielfältige, verantwortungsvolle Landwirtschaft. Genau diese Art Landwirtschaft stellt gleichzeitig und damit verbunden weitere Leistungen sicher, wie eine abwechslungsreiche Landschaft oder vitale Randregionen. Ich wünsche mir eine Landwirtschaft, die Produkte und Dienstleistungen von unternehmerisch handelnden Bäuerinnen und Bauern anbietet, eine Landwirtschaft, bei welcher der Faktor Produktion im Vordergrund steht und die mit dem Verkauf ihrer Produkte eine gute Wertschöpfung erzielt, sodass die Abhängigkeit von staatlichen Zahlungen geringer wird.
Die Volksinitiative "für Ernährungssicherheit" bildet eine gute Grundlage, um die Sache stärker in diese Richtung zu entwickeln. Wenn es dann um die Umsetzung geht, sollen der Landwirtschaft mehr Freiräume und Handlungsspielraum verschafft werden. Das liegt schlussendlich ja auch in der Hand unseres Parlamentes. Damit schliesst sich der Kreis, und wir wären wieder beim Thema übertriebene Regulierung und Administration.
Als Konsumentin und Unternehmerin und für die Sicherheit unseres Landes sage ich deshalb Ja zur Initiative "für Ernährungssicherheit" und empfehle Ihnen, dies auch zu tun.