Bortoluzzi Toni · Nationalrat · 2000-03-08
Bortoluzzi Toni · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2000-03-08
Wortprotokoll
Der Versandhandel ist, so meine ich, eine der besonders heiklen Fragen in diesem Gesetz, die es nun zu beantworten gilt. Ich bin Gegner eines Versandhandels, das möchte ich vorweg nehmen, und zwar unabhängig von Kontrolle, fachlicher Beratung und weiterer Sicherheitsmassnahmen. Das ist für mich bei Medikamenten selbstverständlich.
Warum also? Medikamente sind doch keine Produkte des normalen täglichen Gebrauches, welche mit der Post verschickt werden. Für Leute, die täglich mit Medikamenten zu tun haben, für Ärzte, für Apotheker und Drogisten mögen das Produkte sein, mit denen sie umzugehen gewohnt sind. Aber für Leute, die damit sonst nichts zu tun haben, ist ein Medikament ein besonderes Produkt.
Diese Feststellung macht klar, weshalb dieses besondere Produkt nicht wie sonst irgendetwas per Versandhandel verschickt werden soll.
Natürlich gibt es auch Argumente dafür, das ist mir klar. Der Versandhandel ist möglicherweise günstiger. Auf den ersten Blick mag das so sein. Dass aber mit einem praktisch schwellenlosen Zugang zu Medikamenten die Bedeutung und die Handhabung des Produktes herabgewürdigt werden, ist in die Überlegungen einzubeziehen. Ich bin davon überzeugt, dass der Umgang mit einem besonderen Produkt - was Medikamente darstellen - auch eine besondere Handhabung verlangt.
Ich denke auch, dass der uneingeschränkte Versandhandel, wie ihn die Lösung des Bundesrates vorsieht, den Missbrauch eher ermöglicht und letztlich - das ist entscheidend - eine unerwünschte Ausdehnung des Gebrauches mit sich bringt.
Ich beantrage Ihnen, die Minderheit I (Meyer Thérèse) zu unterstützen, weil sie dem Anliegen, den Versandhandel zu unterbinden, am nächsten kommt.