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Herzog Verena · Nationalrat · 2016-03-15

Herzog Verena · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2016-03-15

Wortprotokoll

Die Wichtigkeit des Anliegens der Postulantin, den Schulspracherwerb fremdsprachiger Kinder bereits im Vorschulbereich zu fördern, ist unbestritten. Ohne minimale Kenntnisse der Schulsprache gelangen Kinder schnell ins Hintertreffen. Entsprechende Angebote existieren aber schon. In vielen grösseren Gemeinden gibt es heute bereits Sprachspielgruppen, in denen die Schulsprache vermittelt und praktisch angewendet wird. Auch Eltern, meist die begleitenden Mütter, lernen mit, und das ist das Wichtigste.

Es ist noch kein Jahr her, seit unser Parlament mit weiteren 120 Millionen Franken die sogenannte Anschubfinanzierung für ausserfamiliäre Kinderbetreuung ein drittes Mal weiter angeschoben hat. Nun, meine ich, sind die Empfänger auch in der Pflicht, dieses Geld zielführend einzusetzen. Eigentlich müsste die Subventionierung mit der Bedingung verknüpft werden, die Schulsprache in die Betreuungsangebote zu integrieren - und dies nicht nur für Kinder. Auch Deutschkurse für Eltern sollten in den Kinderbetreuungsstätten angeboten werden. Wie Erfahrungen zum Beispiel in der Stadt Zürich zeigen, ist die Erfolgschance bei der Teilnahme an solchen Sprachkursen vor Ort, zum Beispiel im Schulhaus, in dem die Kinder zur Schule gehen, oder in der Kindertagesstätte, gross. Genauso könnten auch in den Betreuungsstätten eben entsprechende Kurse für Eltern, natürlich unter Kostenbeteiligung derselben, angeboten werden.

Dafür ist wirklich kein Bericht notwendig. Es läuft schon, man hat aber auch Pflichten. Es braucht im Gegenzug zur Subventionierung Verpflichtungen vonseiten der Betreuungsstätten und der Eltern. Grundsätzlich ist aber - das ist ein weiteres Problem - die Zuständigkeit für die Förderung des Erwerbs der Schulsprache bei den Kantonen; vor Ort, in den Gemeinden, soll bedarfsgerecht gehandelt werden.

Ich bitte Sie deshalb, dieses Postulat abzulehnen.