Frehner Sebastian · Nationalrat · 2016-06-08
Frehner Sebastian · Nationalrat · Basel-Stadt · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2016-06-08
Wortprotokoll
Ich kann es kurz machen. Ich finde, dass der Bundesrat mit seiner Stellungnahme in fast allen Punkten Recht hat. Es gehört tatsächlich zur Vertragsfreiheit, Tickets zu einem beliebigen Preis verkaufen zu können. Das gilt insbesondere auch für Zwischenverkäufer. Hinzu kommt, dass es Konsumentinnen und Konsumenten durchaus auch möglich sein müsste, sich im Internet genügend zu informieren und abzuschätzen, ob ein Preis gerechtfertigt ist oder nicht. Auch ich bin der Meinung, dass das von mir geforderte Verbot, Tickets teurer weiterverkaufen zu dürfen als zum ursprünglich vom Veranstalter festgelegten Preis, einen grossen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit bedeuten würde.
Die Problematik ist nun aber die folgende, und das hat ja auch der Bundesrat erkannt: Es gibt auf dem Graumarkt professionelle Ticketverkäufer, die dann mit Computerprogrammen zum Beispiel alle Tickets eines Anlasses aufkaufen, sobald diese im Internet verfügbar sind. Dadurch wird das Angebot künstlich verknappt, sodass die Anbieter nachher Fantasiepreise verlangen können. Die Tricks dieser professionellen Ticketverkäufer führen also zu einem regelrechten Marktversagen und auch dazu, dass Events - beispielsweise ein Konzert - zwar offiziell ausverkauft sind, während die Musiker dann aber in halbleeren Stadien oder Hallen spielen müssen. Das ist weder im Sinne der Konsumenten noch der Anbieter und Künstler.
Der Bundesrat sieht diese Problematik zwar, ist aber anscheinend nicht bereit, irgendetwas zu tun, was zu einer passenden Lösung führen würde. Hätte der Bundesrat geantwortet, dass mein Ansatz zu einschränkend sei, und hätte er eine passendere Lösung vorgeschlagen, hätte ich meinen Vorstoss sofort zurückgezogen. Aber einfach nichts zu tun, obwohl die Problematik erkannt wurde, finde ich einigermassen schwach.
In diesem Sinne bitte ich Sie um Annahme meiner Motion.