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AB 200673

Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2016-06-13

Wortprotokoll

Die Pflanzenzüchtung leistet wichtige Beiträge zu einer nachhaltigen Landwirtschaft, weil angepasste Pflanzensorten die natürlichen Ressourcen schonen und dennoch für sichere Erträge sorgen. Dank einem internationalen Saatgutmarkt ist es möglich, auch solche Sorten anzubauen, die nicht in der Schweiz gezüchtet wurden, aber dennoch vielversprechende Eigenschaften aufweisen, die eine nachhaltige Schweizer Produktion ermöglichen. Die internationale Zusammenarbeit ist in der Pflanzenzüchtung unabdingbar, da diese zeitintensiv und entsprechend teuer ist. Weltweit stagnierte die züchterische Weiterentwicklung des Ertrages bei Weizen in den letzten Jahren.

Der gentechnisch veränderte Weizen, der vom Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturforschung IPK entwickelt wurde, zeigte nun aber im Gewächshausversuch ein erhöhtes Ertragspotenzial. Eine solche Ertragssteigerung gilt als grosser Fortschritt in der Pflanzenzüchtung. Deshalb ist es wichtig, das Ertragspotenzial auch unter natürlichen Bedingungen zu testen, auch im Hinblick auf die Frage, ob eine solche Ertragssteigerung bei gleichem Einsatz an Nährstoffen erzielt werden kann wie bei konventionellen Sorten.

Agroscope hat den Auftrag, den Nutzen und die Risiken gentechnisch veränderter Pflanzen zu untersuchen. Der Gruppe Biosicherheit der Agroscope stehen dafür rund 200 Stellenprozente zur Verfügung. Die Protected Site wurde von den eidgenössischen Räten mit der Verabschiedung der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2013-2016 beschlossen. Spezifische Feldversuche werden von den kollaborierenden nationalen und internationalen Partnern finanziert. Agroscope profitiert dadurch zum einen durch die Etablierung von wissenschaftlichen Kontakten und zum andern durch die Übernahme von Wissen und Erfahrungen aus dem Ausland. Zudem wird durch die Zusammenarbeit ein grösstmöglicher Synergiegewinn erzielt.

Das Bundesamt für Landwirtschaft hat in den vergangenen drei Jahren zusammen mit der Forschung und den wichtigen Akteuren in der Wertschöpfungskette eine Strategie Pflanzenzüchtung Schweiz ausgearbeitet. Die Strategie deckt ganz bewusst einen grösseren Zeithorizont, nämlich bis ins Jahr 2050, ab. Sie schliesst explizit keine pflanzenzüchterischen Methoden aus. Neue Züchtungsmethoden, welche im Moment noch in Forschungslabors getestet werden, versprechen die Nachhaltigkeit des Pflanzenbaus zu verbessern. Noch ist nicht entschieden, ob diese Methoden als gentechnische Veränderungen geregelt werden oder als konventionelle Sorten gelten sollen. In diesem Kontext ist auch die Errichtung einer Professur in molekularer Pflanzenzüchtung an der ETH zu verstehen.