Leuthard Doris · Bundesrat · 2016-09-19
Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2016-09-19
Wortprotokoll
Der Entscheid der SBB, den Billettverkauf durch Dritte einzustellen, fällt in die operative Tätigkeit des Unternehmens, auf welche der Bundesrat keinen Einfluss hat. Beim Billettverkauf durch Dritte vertreiben Stationshalter sowie die Partner Migrolino, Post und Valora im Auftrag der SBB ein definiertes Sortiment. Seit 2002 sinkt der Billettverkauf durch Dritte sukzessive, da keine neuen Standorte mehr eröffnet werden und sich vermehrt private Stationshalter und Partner zurückziehen. Heute wird an den 52 Verkaufspunkten weniger als 1 Prozent aller Billette verkauft, und der Absatz ist weiter rückläufig. Im Gegensatz dazu nehmen die Absatzzahlen der elektronischen Vertriebskanäle der SBB stark zu. Allein im vergangenen Jahr wurden via Internet und Mobile-App rund 18 Millionen Billette verkauft. Dies ist nicht zuletzt eine Folge von veränderten Kundenbedürfnissen und technischen Möglichkeiten.
Die SBB konzentrieren sich deshalb künftig auf ihre eigenen Verkaufskanäle. Das Auslaufen der Verträge mit den privaten Stationshaltern Ende 2017 nehmen sie zum Anlass, per 1. Januar 2018 vollständig aus dem Billettverkauf durch Dritte auszusteigen. Damit sparen die SBB Kosten von 5 Millionen Franken pro Jahr ein. Nebst dem Ticketshop oder SBB Mobile stehen den Kundinnen und Kunden auch künftig an allen Bahnhöfen Billettautomaten zur Verfügung. Bei Fragen bieten Mitarbeitende der SBB per Automaten-Hotline jederzeit Unterstützung beim Ticketkauf an oder helfen bei technischen Störungen. Für ältere Menschen bieten die SBB in Zusammenarbeit mit Pro Senectute zudem Seniorenschulungen an, um sie im Umgang mit Billettautomaten vertraut zu machen.