Reimann Lukas · Nationalrat · 2016-09-21
Reimann Lukas · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2016-09-21
Wortprotokoll
Ja, ich setze mich für eine Einbürgerung ein, für die Einbürgerung - wie es im Fachjargon heisst - der Regenbogenforelle. Ich setze mich dafür ein, dass sie in allen dafür geeigneten Gewässern zugelassen wird. Die Wortwahl "dafür geeigneten" lässt dem Bundesrat Spielraum. Wenn sich etwas schlecht entwickeln sollte, kann der Bundesrat immer noch handeln. Aber was ich doch sagen möchte: Wir sprechen bei der Regenbogenforelle nicht von Secondos und auch nicht von einer Drittgeneration.
Die Regenbogenforelle erreicht ein Durchschnittsalter von sieben Jahren und ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts in der Schweiz bekannt. 1895 wurde sie im damaligen Fischerei- und Gewässergesetz bereits erwähnt. Sie hat also eine lange Tradition, und man kann schon fast sagen, die Regenbogenforelle sei eidgenössisch. Sie ist eine richtige Eidgenossin, da sie auf eine so lange Familientradition zurückblicken kann. Über 130 Jahre gibt es die Regenbogenforelle in der Schweiz. Sie hat die einheimischen Tiere nicht verdrängt, wie das befürchtet wurde. In vielen Ländern, wo sie per se zugelassen ist, zum Beispiel auch in Österreich, hat sie die einheimischen Fische auch nicht verdrängt, sondern es gab ein Miteinander, oder es gab andere Gründe, warum andere Fischarten verschwunden sind, wie Umweltverschmutzung, schlechte Wasserqualität oder halt die Kanalisierung. Die Äschen und auch andere Fische und die Regenbogenforelle leben gut zusammen. Es gibt da praktisch keine Probleme, und es ist doch im Interesse des Volkes, dass unsere Flüsse mit Fischen bevölkert und nicht einfach fischfrei sind. Es ist nun einmal eine Tatsache, dass sich die Regenbogenforelle den sich ändernden Umweltbedingungen besser anpassen kann als andere Fischarten, die sich eben vielleicht nicht anpassen können.
Die Regenbogenforelle ist eine Bereicherung für die Fauna, und sie ist auch eine Bereicherung für alle, die gerne Fisch essen - probieren Sie es einmal aus, diverse Restaurants in Bern bieten solchen Fisch an. Dort oben auf dem Wandbild, im Felsspalt links oben, könnte sogar eine Regenbogenforelle gemalt sein.
Wenn die Regenbogenforelle seit 130 Jahren in der Schweiz ansässig ist, dann, glaube ich, ist es heute an der Zeit, sie einzubürgern. Der Regenbogenforelle ist es auch gänzlich egal, ob der Rhein auf österreichischem Boden - wo sie zugelassen ist - oder auf schweizerischem Boden fliesst; sie lebt hier, und die fehlende Einbürgerung ist einzig und allein eine Benachteiligung der Fischer in der Schweiz. Danke für Ihre Zustimmung!