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Baumann Isidor · Ständerat · 2016-09-28

Baumann Isidor · Ständerat · Uri · CVP-Fraktion · 2016-09-28

Wortprotokoll

Mit meinem Einzelantrag beantrage ich Ihnen den Verzicht auf den Abbau beim Armeesportstützpunkt in Andermatt/Realp. Dies würde pro Jahr rund 300 000 Franken weniger an Einsparungen im Stabilisierungsprogramm ausmachen.

Im Auftrag des VBS betreibt das Festungswachtkorps einen Armeesportstützpunkt im Urserental, das heisst in den Gemeinden Andermatt und Realp; das war ein Entscheid von Ende der Neunzigerjahre. 2002 fand die Eröffnung des Nordischen Zentrums in Realp statt. Das VBS ermöglichte somit den nationalen Verbänden die Nutzung der Infrastrukturen des Armeesportstützpunkts, sodass dieser Stützpunkt in den vergangenen Jahren zur offiziellen Swiss Olympic Training Base werden konnte. 2003 wurde der Armeesportstützpunkt zum nationalen Biathlon-Leistungszentrum erklärt. Weitere wichtige Nutzergruppen, die diesen Armeesportstützpunkt regelmässig für Trainingslager nutzen, sind die OL-Sportgruppen oder Handball-, Volleyball-, Judo-, Kunstturn-, Kanu-, Ruder- oder Schwingmannschaften; alles kann in dieser Alpenwelt optimal trainiert werden. Dazu kommen noch das Grenzwachtkorps und die Polizeikorps sowie die Nationalteams in den Bereichen Langlauf, Biathlon oder Ski alpin, die regelmässige Trainingskurse durchführen. Wohl der wichtigste Nutzer für die Zukunft ist "Jugend und Sport", das Baspo; es beteiligen sich hierbei zahlreiche Kantone an Kursen in diesem Sportzentrum. Primär sind es Schneesport- und Bergsportkurse, die dort durchgeführt werden.

Pro Jahr finden rund 150 Sportkurse und zehn bis zwölf grosse Wettkämpfe statt. Das ergibt jährlich rund 10 000 Belegungstage und rund 6500 Übernachtungen. Davon entfallen rund 70 Prozent auf die nationalen und rund 30 Prozent auf die regionalen Verbände.

Die Handhabung der Infrastrukturnutzung erfolgt analog zu den zwei wichtigen Zentren der Schweiz, nämlich Magglingen und Tenero. Tenero ist im Dienstleistungsbereich zugunsten des Stützpunktes Andermatt ein sehr starker Partner. Tenero ist involviert, und es finden verschiedene Synergienutzungen zwischen Tenero und Andermatt statt.

Für den Betrieb und den Unterhalt dieses Sportzentrums stehen knapp 400 Stellenprozente zur Verfügung. In auslastungsschwachen Zeiten erledigen diese Personen andere Aufgaben für das VBS. Es geht hier um Nettokosten zulasten des Armeesportstützpunktes von, wie schon genannt, rund 300 000 Franken.

Sie könnten nun also denken, dass alles gut sei und dass das eine Erfolgsgeschichte sei. Ja, das war es bis heute. Das wird es aber gemäss dem Stabilisierungsprogramm, das uns vorliegt, in Zukunft nicht mehr sein. Denn im März 2016 hat der Chef der Logistikbasis der Armee zu einer Aussprachesitzung mit politischen und Verbandsvertretern eingeladen. Hintergrund dieses Treffens waren das Stabilisierungsprogramm 2017-2019 des Bundesrates und das [PAGE 833] Stationierungskonzept der WEA, von denen die Armee und damit auch die Logistikbasis der Armee betroffen sind. Die Logistikbasis der Armee muss unter anderem Standorte schliessen, Personal einsparen und sich noch stärker auf ihre logistischen Kernleistungen zugunsten möglicher Einsätze der Armee konzentrieren. Die Planungen dazu sind bereits angelaufen. Der Armeesportstützpunkt Andermatt ist ebenfalls davon betroffen, das heisst, er soll aufgehoben werden.

Das ist eine Massnahme, die nicht nachvollziehbar ist und so auch nicht umgesetzt werden darf. Sie widerspricht auch Versprechen, die zugunsten der Sportförderung und von "Jugend und Sport" hier im Saal schon von Bundesräten abgegeben wurden. Sie erinnern sich sicher alle an die Idee, ein nationales Schneesportzentrum zu erstellen. Dieses Projekt musste aus finanziellen Gründen leider abgebrochen werden - ein Entscheid des Bundesrates -, obwohl der Entscheid zugunsten von Lenzerheide schon gefällt war. Die Realisierung dieses nationalen Schneesportzentrums ist auf das nächste Jahrzehnt verschoben worden. Als Übergangslösung wurde vom Bundesrat versprochen, die bestehenden Armeesportstützpunkte aufrechtzuerhalten und zu stärken. Somit steht eine Aufhebung des Armeesportstützpunktes in Andermatt klar im Widerspruch zu diesem Versprechen.

Im Jahr 2021 soll in der Zentralschweiz die Universiade stattfinden. Das ist der zweitgrösste Sportanlass neben der Olympiade. Die Schweiz ist stolz, solche Veranstaltungen durchzuführen, und die Zentralschweiz stellt sich dafür zur Verfügung. Dabei sind in Andermatt dank des Armeesportstützpunktes die Biathlonwettkämpfe vorgesehen. Erfreulicherweise ist der Bund bereit - dafür danke ich dem Bundesrat auch -, die Universiade in der Zentralschweiz mit 15 Millionen Franken zu unterstützen. Somit ist es absolut unverständlich, dass der Armeesportstützpunkt in Andermatt kurz vor diesem Grossanlass abgebaut und zwei, drei Jahre später mit Bundesbeteiligung für die Universiade wieder neu aufgebaut werden soll.

Ich bitte Sie, im Stabilisierungsprogramm auf den Abbau des Armeesportstützpunktes in Andermatt aus diesen Gründen zu verzichten und damit meinem Einzelantrag zuzustimmen.