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Graf Maya · Nationalrat · 2016-09-29

Graf Maya · Nationalrat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2016-09-29

Wortprotokoll

Als meine ehemalige Kollegin Aline Trede am 26. September 2014, also vor zwei Jahren, diese Motion für die finanzielle Unterstützung der Förderung von Sprachaustauschprogrammen einreichte, war, so kann man es sagen, der Sprachenstreit auf einem Höhepunkt, bzw. dieser bahnte sich an. Es wurde - und es ist ja bis heute so - sehr kontrovers darüber diskutiert, vor allem auch in Ostschweizer und Innerschweizer Kantonen, ob das Frühfranzösisch auf Primarschulstufe oder gar das Französisch im ganzen obligatorischen Unterricht durch Englisch ersetzt werden soll. Aus diesem Grund reichte meine Kollegin vor zwei Jahren diese Motion ein, um Sprachaustauschprogramme von Schülerinnen und Schülern, Studentinnen und Studenten, Berufsschülerinnen und Berufsschülern sowie Lehrpersonen zwischen den verschiedenen Sprachregionen der Schweiz zu fördern respektive auch finanzielle Mittel dafür bereitzustellen.

Wir sind uns einig: Es geht hier nicht nur um den Zusammenhalt der Schweiz, es geht um die Kompetenzen, die wir durch unsere Mehrsprachigkeit haben. Es geht um die Mobilität, und es geht um unser Zusammenleben, unser Miteinanderleben in den verschiedenen Sprachregionen.

In diesem Zusammenhang blieb auch die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates nicht untätig. Sie hat nämlich im selben Jahr ein Konzept für Sprachaufenthalte verlangt. Das betreffende Postulat 14.3670 wurde vom Bundesrat am 5. November 2014 zur Annahme empfohlen und vom Rat dann auch angenommen. Dieses Konzept wird nun erarbeitet. Was heisst das? Ich würde mich sehr freuen, wenn Herr Bundesrat Berset ausführlich darlegen könnte, wie dieses Konzept heute aussieht. Damals hat er versprochen, die finanziellen Mittel zur Förderung des schulischen Austausches mit der Kulturbotschaft [PAGE 1758] 2016-2020 zu erhöhen. Je nachdem, wie die Antwort ausfällt, bin ich dann gerne bereit, die Motion zurückzuziehen.

In der Zwischenzeit hat sich für uns Grüne, auch für mich persönlich, Erfreuliches ergeben. Wie Sie wissen, ist eine Vorlage in der Vernehmlassung, welche die Stellung der Landessprachen in der Schule stärken soll. Hier gab auch die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur mit ihrer parlamentarischen Initiative 14.459, "Erlernen einer zweiten Landessprache ab der Primarschule", einen Ansporn. Die Vernehmlassung läuft noch, und wir können doch hoffentlich feststellen, dass wir hier gemeinsam gut unterwegs sind. Wir sind überzeugt, dass da gerade auch eine Förderung der Sprachaufenthalte dazugehört. Eine solche können wir vom Bund her in die Wege leiten. Wir wissen es: Die Sprachenfrage muss und wird auch in erster Linie von den Kantonen untereinander geregelt werden - selbstverständlich auch unter dem Druck, dass Bundesrat und Parlament tätig werden, wenn es nicht erreicht werden sollte, dass in unserem Land in der Primarschule zumindest als zweite Fremdsprache eine Landessprache erlernt wird.