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Wicki Hans · Ständerat · 2016-12-15

Wicki Hans · Ständerat · Nidwalden · FDP-Liberale Fraktion · 2016-12-15

Wortprotokoll

Es ist eigentlich schon interessant festzustellen, wie sich gewisse Bereiche durch die Geschichte unseres Staates hindurchziehen. Vor etwas mehr als 150 Jahren warnte der Luzerner Staatsmann Philipp Anton von Segesser seinen Kanton davor, das Gotthardbahnprojekt zu stark zu subventionieren. Als Begründung gab er an, dass der Bau der Gotthardbahn nicht im Interesse von Luzern liege, denn die Bahn werde den Handel, der bisher von Basel her via Luzern über den Gotthard führte, nach Zürich verschieben, wodurch Zürich als Wirtschaftszentrum auf Kosten von Luzern gestärkt werde. Offenbar, wie es scheint, hat diese Problematik nicht an Aktualität eingebüsst.

Die Interpellation zeigt eigentlich deutlich auf, wie Luzern auch heute noch für seinen Weg nach Süden kämpfen muss. Die Antworten des Bundesrates sind aus meiner Sicht auch etwas unbefriedigend. Sie gehen von einem Status quo aus, dem bereits heute ein wichtiger Faktor fehlt, nämlich der Tourismus - ein Aspekt, der gerade auf Bundesebene meines Erachtens immer wieder unterschätzt wird. Dabei muss der volkswirtschaftliche Nutzen dieses Sektors wohl kaum eigens betont werden. Speziell in der Alpenregion stellt er in weiten Teilen den wichtigsten Wirtschaftszweig dar. Mit Luzern als Zentrum gilt dies insbesondere für die Innerschweiz, das eigentliche Herzstück des schweizerischen Tourismus. Dort, wo wir leben, machen andere Ferien. Darum erstaunt es nicht, dass die Touristen aus allen Himmelsrichtungen nach Luzern strömen - viele davon auf dem Weg von und nach Italien.

Ich habe vollstes Verständnis für die direkten Verbindungen von Zürich nach Mailand. Ich kann allerdings nicht nachvollziehen, weshalb diese Luzern verwehrt werden. Gerade in Zeiten, wo der Tourismus mit schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen hat, stellt dies eine weitere hausgemachte Schwächung dar. Denn es geht um die gesamte Region. So führen von Luzern aus Eisenbahnstrecken in weitere Teile der Schweiz, in weitere touristische Gegenden, etwa nach Nidwalden und Engelberg oder via Obwalden ins Berner Oberland nach Interlaken. Sie verbinden die Regionen nicht nur untereinander, sondern auch mit den internationalen Touristenströmen. Es ist daher zu wünschen, Frau Bundesrätin, dass für die Entwicklung des Eisenbahnverkehrs dieser Aspekt in Zukunft mehr Beachtung findet und vor allem mit einbezogen wird.

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